Auf sich selbst warten

Als ich meinen Weg ging, schaute ich zum Himmel hoch, die Sonne schien mir ins Gesicht und blendete mich
sehr, für einige Momente konnte ich dann das schlechte und fremde in dieser Welt vergessen und erfreute mich
dieser Schönheit, die mir ins Gesicht schien.
Noch nie habe ich die Morgensonne so schön sehen können, ich fragte mich dann, warum ich das noch nie zuvor
so sehen konnte, vielleicht lag es einfach daran das in dieser so schrecklichen Welt, dass Einfache so schön
erscheinen konnte.

Jetzt lachte ich nach langer Zeit wieder und fühlte mich irgendwie frei, ich weiß nicht, warum das so war, aber es
machte auch nichts, dass ich es nicht wusste.
Für mich war nur wichtig, dass ich mich gut fühlte, und kein böser Gedanke zu mir dringen könnte.
Ich setzte mich nun auf einen großen Stein und schaute weiter zur Sonne hoch, ich weiß nicht genau, warum ich
das machte, aber ich tat es, ich bemerkte, dass ich an diesem Ort schon einmal war, ich erinnerte mich daran, dass
hier ein alter Mann saß und auf sich selbst wartete.

Ich fragte mich, was wohl aus ihm geworden ist, vielleicht hat er sich ja gefunden.
Jetzt bemerkte ich, dass ich selber auch hier sitze und irgendwie auf etwas wartete, ich hoffte sehr das ich jetzt
nicht auch, auf mich warte, denn ich müsste hier sehr lange sitzen, viel zu lange weiß ich nicht mehr, wer ich
wirklich bin, so sehr ich auch nachdachte, ich konnte mich nirgends wieder finden.

Ich bemerkte, wie schnell doch die Zeit vergeht, in einer Welt, in der es gar keine Zeit gibt, ich dachte darüber
nach, warum es diese seltsamen Dinge in dieser Welt geben konnte, aber auch dafür fand ich keine Antwort.
Nach einiger Zeit waren meine Gedanken wieder ganz bei mir, und ich dachte wieder darüber nach, wer ich
eigentlich bin, noch nie habe ich so lange über eine passende Antwort nachdenken müssen, mir war das aber
egal, ich hatte ja Zeit so viel ich nur wollte, denn Zeit gibt es hier nicht, darum ist es auch egal wie lange ich hier
sitzen würde, um darüber nachzudenken, wer ich denn bin.

Ich war jetzt sehr in mich selber versunken und nichts konnte mich davon abbringen den Blick von der Sonne
abzuwenden, doch dann erschrak ich, der kleine Junge der damals vor seinen brennenden Kerzen gesessen hatte
stand jetzt vor mir und sprach mich an.
Er fragte mich, warum sitzt Du hier, ich lachte ihn an, und sagte zu ihm das ich hier sitze, um auf mich zu warten.
Der Junge drehte sich von mir weg und ging seinen Weg weiter als wüste er ganz genau, wo er denn hin möchte.

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