Mein ICH, zerrissen und zerstört

28.10.2016

Der Umgang mit meinen Innenpersonen viel mir schon immer sehr schwer, ich ignoriere hauptsächlich nur, aber z. Z ist es so, dass sie sich wieder sehr intensiv bemerkbar machen und ich gerade nicht die Kraft habe, mich dagegen zu wehren, sie lassen es auch nicht zu. Ich wehre mich sehr gegen das, was in mir vorgeht, ich will die Anderen nicht, habe keinen Plan, wie ich damit umgehen soll, ich stehe da noch ganz am Anfang. Meine Gedanken, sind seit Wochen immer die gleichen, ich bin wütend darüber, was sie mir genommen haben, das zerreißt mich gerade extrem, außerdem ist da die Wut über Menschen, die mich zu dem gemacht haben, der ich/wir sind.

Um das etwas verarbeiten zu können, habe ich meiner Wut ein wenig Luft gemacht, indem ich den nachfolgenden Text geschrieben habe, der alles aussagt, was in diesem Moment in mir vorging. Auch dieser Text ist zusammen mit meinen Innenpersonen entstanden

So viele Jahre sind vergangen, so viele Dinge habe ich erlebt. Sie teilten das Ich zum Wir, doch ich bemerkte nicht, dass Ihr an meiner Seite wart. Von so vielen Dingen habe ich in der Vergangenheit geträumt, habe dabei nicht mal bemerkt, dass ich von meinem Weg gedrängt wurde.

Ein Leben wie im Traum, doch war dieser Traum, kein guter Traum, erst jetzt, wo ich erwachte, sehe ich, wie fürchterlich dieser Traum war, es war mein Leben. Mein Leben, es gehörte mir, so vieles wurde mir unbemerkt genommen, so vieles, was nötig war, um mich zum Ich werden zu lassen, wurde mir entrissen.

Meine Zukunft, die ich mir erträumt hatte, wurde zum Traum, ein Traum, den ich nie träumen durfte. Scherben, gemacht aus meinen Träumen, ich will sie aufheben, sie liegen so weit in der Ferne, aber auch von dort bereiten sie mir Schmerzen, Schmerzen, die ich nicht verhindern kann, meine Tränen, versuchen sie zu kleben.

Jetzt möchte ich versuchen herauszufinden, wer Ihr wirklich seid, ich denke über all die Dinge nach, die Ihr gesagt habt, die Ihr für mich getan habt, um herauszufinden, wer wir wirklich sind, was eure Geheimnisse sind. Ihr habt mir vieles genommen, mein Ich wurde zerteilt, mein Leben in viele Stücke zerrissen, aber was wäre ich ohne euch.

Ich folge einem Weg, aus halb offen gelassenen Türen, um herauszufinden, wer ich wirklich bin. Ich schaue zurück, sehe in der Ferne die vielen Scherben, die mir erneut Schmerzen bereiten. Diesen Weg gehe ich ganz bewusst, die Schmerzen ertrage ich nur sehr schwer. Ich fühle mich fremd, ich sehe unseren Weg, den wir gemeinsam gegangen sind. Jetzt gehen wir ihn zurück und Ihr zeigt mir, wie mein Weg durch unser Leben wirklich war.

Ich sehe alles vor mir, nichts ist verblasst, jetzt sehe ich eure Geheimnisse. Ich trete auf alte Scherben und beginne zu weinen, ich versuche stark zu sein, doch ich fühle mich unendlich schwach. Ihr tragt mich zurück in die Zeit, wo alles begann, ich sehe die Dinge, vor denen ihr mich beschützt habt, jetzt bereiten sie mir Schmerzen, Ihr könnt es nicht mehr verhindern.

Vor meinen Füßen liegen all die Dinge, die ich in meinem Leben vermisst habe, sie sind zertreten, zertreten von denen, die euch geschaffen haben, die mich zerrissen haben und mich vom Ich zum Wir werden lassen haben. Ja, ich hasse euch, doch liebe ich euch auch, wer wäre ich ohne euch, wer wäre ich , wenn wir von Wir, zum Ich werden würden, wer wäre ich, wenn ich, nur ich wäre.

Jetzt stehe ich ganz am Anfang, ich sehe mich, als ich noch ich war, so gerne wäre ich, ich selbst geblieben, ich sehe die vielen Türen, durch die ich gegangen bin, dass was dahinter kam, hat mich verändert, so wie ich es nie gewollt habe. Ich wünsche mir, dass sie sich schließen, dass ich eine nach der anderen erneut öffnen darf, dass hinter ihnen eine andere, bessere Zukunft liegt. Eine Zukunft, wie ich sie mir erträumt habe, ohne dass Scherben daraus werden.

Doch diese Türen schließen sich aus der Vergangenheit heraus nicht mehr, sie lassen sich nur aus der Gegenwart heraus schließen, und ich hoffe, dass sie für immer geschlossen bleiben, um ohne Schmerz in die Zukunft schauen zu können. Jetzt wird es Zeit, aus diesem Traum zu erwachen, es wird Zeit für das Gute im Leben, eine Zeit, den Schmerz, Vergangenheit werden zu lassen.

Die Türen hinter mir, sind jetzt fest verschlossen, ich hoffe sehr, dass sie sich nie wieder öffnen werden, leider offen sie sich nur zu leicht, und mein Blick in die Vergangenheit beginnt erneut.

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