Studie zu dissoziativen Symptomen in München

Hallo zusammen! mein Name ist Max, ich studiere an der Universität der Bundeswehr in München Psychologie, und schreibe gerade unter dem Schirm einer größeren Studie der Universität meine Masterarbeit über die physiologischen Korrelate von Dissoziation. Kurz gesagt geht es darum zu messen, was sich wie im Körper verändert (bspw. bezüglich Herzschlag und elektrischen Signalen im Gehirn), wenn ein Individuum dissoziative Symptome erlebt. Wir hoffen, diese Erkenntnisse dazu zu verwenden, die Therapie für Betroffene nicht nur effektiver, sondern auch angenehmer und einladender zu gestalten. Nur braucht man für ein solches Laborexperiment natürlich auch Probanden, und die wachsen (zum Glück) nicht auf Bäumen, sondern sind gar nicht so einfach zu finden. Ich hoffe also, auf diesem Weg Betroffene zu finden, die in ihrem Leben bereits dissoziative Symptome erlebt haben und bereit sind, an einer Laborstudie vor Ort in Neubiberg bei München teilzunehmen.

Falls ihr teilnehmen möchtet, würde ich euch bitten, dem folgenden Link zu folgenden und unseren Screening-Fragebogen zu bearbeiten: https://survey.unibw.de/screeningd/?q=base. Dieser ist natürlich vollständig anonymisiert, die am Ende abgefragte Mail-Adresse ist nur für die Kontaktaufnahme gedacht und kann nicht mit euren einzelnen Antworten in Verbindung gebracht werden. Ihr bekommt am Ende des Fragebogens eine erste Rückmeldung, ob ihr für unsere Studie geeignet seid, und könnt eure Mail-Adresse angeben, damit wir euch bezüglich eines Termins für die Laborerhebung kontaktieren können. Alternativ könnt auch ihr den ersten Schritt machen und eine e-Mail schreiben an EPIPP@unibw.de.

Falls ihr irgendwelche Fragen habt, beantworte ich diese gerne hier im Thread oder per PN! Zum Beitrag im Forum

Hier noch einige genauere Informationen zu der Studie:

Hintergrund der Studie:

Dissoziative Symptome treten bei vielen psychischen Störungen auf, neben den Störungen, die die Dissoziation im Namen tragen vor allem auch bei der PTBS, der BPS, aber auch Ess- und Zwangsstörungen. Sie sind assoziiert mit einem größeren Leidensdruck und schlechteren Therapieergebnissen, vor allem in Bezug auf die Wirksamkeit von Expositionsbehandlungen. Da Dissoziationen in der Regel spontan auftreten, gibt es bislang wenig kontrollierte Forschung zu (psychobiologischen) Grundlagen und zur Wirksamkeit anti-dissoziativer Interventionen. Diese Forschungslücke wollen wir mit der aktuellen Studienreihe schließen. In einer ersten Studie haben wir ein Paradigma entwickelt und an einer gesunden Stichprobe überprüft, mit dem im Labor durch sensorische Stimulation (Licht- und Tonreize) dissoziative Symptome kontrolliert hervorgerufen werden können. Der nächste Abschnitt der Studienreihe soll nun die folgenden Fragen beantworten:

1. Werden die von uns hervorgerufenen Symptome von Patienten als vergleichbar mit echter klinischer Dissoziation erlebt?

2. Sind die Prozesse auf psychobiologischer Ebene zwischen klinischen und gesunden Probanden vergleichbar (Fokus auf temporalem Theta und Konnektivität)?

3. Wie wirksam sind verschiedene anti-dissoziative Interventionen?

4. Sind die Effekte aus unserem Paradigma mit Symptomprovokation mittels Traumaskript (sensu Hopper et al.) vergleichbar?

Sollte sich die Vergleichbarkeit als gegeben erweisen, ist das langfristige Ziel der Studie, psychobiologisch fundierte anti-dissoziative Interventionen zu entwickeln (anti-dissoziatives Neurofeedback), um Patient:innen mit dissoziativen Symptomen so eine wirksame Therapie ihrer Symptome zur Verfügung zu stellen.

Stichprobe:

Wir suchen Patienten mit dissoziativen Symptomen, unabhängig von der Art der Diagnose. Das Traumaskript erstellen wir bei Bedarf anhand eines belastenden und schambehafteten Ereignisses, falls kein traumatisches Ereignis vorliegt.

Ablauf:

Die Erhebung findet im Labor der Universität der Bundeswehr in Neubiberg ab April sowie voraussichtlich in den Räumen der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz in München-Schwabing ab Juni statt. Die Teilnehmer bekommen EEG-, EKG- und EDA- Elektroden angelegt. Dies ist in der Regel maximal etwas unangenehm, aber nebenwirkungslos. Das Gel in den Haaren kann vor Ort ausgewaschen werden. Die Erhebung dauert voraussichtlich insgesamt 1h. Für die Bedingung „Vergleich sensorische Induktion und Traumaskript“ wird der Erhebung noch ein (online) Termin zur Erstellung des Traumaskripts vorgeschaltet werden und die eigentliche Erhebung wird ca. 1.5 Stunden dauern.

Risiken und Vorteile:

Durch die Art der Induktion können epileptische Anfälle ausgelöst werden, Patient:innen mit einer entsprechenden Vorgeschichte dürfen daher nicht am Experiment teilnehmen. Sowohl durch die Induktion als auch durch das Traumaskripte können (und sollen) dissoziative Symptome hervorgerufen werden. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer ausgeprägten klinischen Dissoziation kann auf Grund der mangelnden Studienlage leider nicht abgeschätzt werden. Alle Teilnehmer:innen bekommen im Anschluss an die Symptoprovokation eine von 3 anti-dissoziativen Interventionen (Grounding, Skills, starker sensorischer Reiz).

Sollte dies nicht ausreichend, ist während des ganzen Experiments eine approbierte Psychotherapeutin anwesend. Zudem bieten wir täglich von 9-12 Uhr ein Krisentelefon durch Psychologinnen an, durch das im Nachgang aufgetretener Stress aufgefangen werden kann. Wir bemühen uns zudem um einen Erhebungszeitpunkt unmittelbar vor einer Einzeltherapiesitzung, sollte dies organisatorisch möglich sein. Die Teilnahme wird – neben dem ideellen Beitrag zur Verbesserung der Situation psychisch Kranker- mit 30€ vergütet, für die Traumaskript-Bedingung mit 60€.

Ich freue mich auf Rückmeldung, viele Grüße!

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