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Aus der Sicht eines ehemaligen Hallo Pizza Mitarbeiters - Ein Rückblick
#1
Ich weiss noch als ich vor fast 11 Jahren meinen ersten Tag bei Hallo Pizza als Fahrer hatte, ich war nach der Ausbildung arbeitslos und nahm den Mini Job als Fahrer dort an. Ich sah es von Anfang an nur als eine kleine Notlösung um erst mal einen Job zu haben, nur so lange bis ich wieder was besseres gefunden hatte. Doch es sollte wohl anders kommen....
Mein erster Tag war die Hölle für mich, ich hatte keine Erfahrung und keine Ortskenntnisse, meine erste Tour war eine grosse Bestellung mit 2 Taschen und einen Fass Bier das in eine dunkle Hauptstraße geliefert werden musste. Natürlich wohnte der Kunde ganz oben  und ich musste mehrmals laufen weil ich nicht wusste wie der Griff richtig geht um alles auf einmal packen zu können, mir zeigte auch niemand etwas. Voll ins kalte Wasser. Noch dazu kam der Druck ich wollte ja schnell sein und beweisen, dass ich für den Job geeignet bin, klar genau darum geht es beim Pizza fahren Schnelligkeit und Qualität. Ich hatte schon am ersten Tag die Schnauze voll, aber trotzdem blieb ich.
Es war total einfach diesen Job zu bekommen, ich sah durch Zufall in die Zeitung und sah das Hallo Pizza Fahrer sucht, ich rief aus Scheiss einfach mal an und man sagte mir wenn ich ein eigenes Auto hätte dürfte ich mal vorbei kommen, ja klar kein Problem wann denn? JA JETZT. Ok also schnell fertig machen und ab dahin, die Chefin stellte sich sofort mit Vornamen vor und fragte wann ich anfangen kann, sowas kannte ich vorher gar nicht und wahrscheinlich war es genau dieser lockere freundschaftliche Umgang miteinander warum ich blieb.

Es vergingen Monate und Jahre in denen ich aber weiter nach einen anderen Job suchte, gleichzeitig kam ich bei Hallo Pizza langsam immer besser klar und irgendwann hörte ich auf zu suchen es wurde vom Nebenjob zum Hauptjob und ich meldete mich vom Arbeitsamt endgültig ab. Viele neue Kollegen kamen und gingen wieder nur sehr wenige blieben länger.
Ich lernte, dass ich mich auf mein Navigationsgerät nicht immer verlassen kann und erlebte die schlimmsten Geschichten in den ersten  beiden Jahren.
Bauernhöfe mitten im Wald beliefern oder sich im Braunkohlegebiet fest fahren  mitten im Schlamm.
Mein schlimmstes Erlebnis war aber als ich mich einmal abends total verfahren hatte und plötzlich auf einen kleinen Friedhof stand wo ich ein lautes atmen hörte so wie von einen sehr großen Hund.  Ich wäre am liebsten ganz schnell weg gerannt aber ich ging ganz langsam zurück zum Auto machte die Türen zu und bin ganz schnell da weg gefahren. Von Da an fing ich an die Strassen zu lernen und versuchte irgendwann ohne Navi klar zu kommen, das gelang mir auch.
Irgendwann ging mein Navi kaputt und ich fuhr jede Strasse aus dem Kopf raus, ich dachte gar nicht mehr daran einen anderen Job zu suchen und  ließ mein Auto auf Gas Umbauen da ich so mit dem Spritgeld mehr Gewinn machen würde.


Aus dem vorübergehenden Nebenjob wurden 7 Jahre, dann gab es einige Unstimmigkeiten und ich verließ mein sicheres Reich und ging  in eine andere Pizzeria in der nächst größeren Stadt, diesen Job bekam ich auch ohne Probleme und fing mit Erfahrung dort an, auch hier war ich mit dem Chef auf die freundschaftliche Ebene. Ich arbeitete dort 3 Jahre und kam gut klar vermisste aber Hallo Pizza immer sehr.
Vor einen Jahr ging ich dann zurück zu Hallo Pizza zwar in einer anderen Filiale aber es war als wäre ich nie weg gewesen, klar neue Kollegen neuer Chef aber das alte vertraute System, es war wie nach Hause kommen. Ich war so froh wieder zurück zu sein.
Jetzt sitze ich zu Hause Hallo Pizza wurde aufgekauft und ist für immer zu, nächstes Jahr werde ich dann bei einem anderen wieder anfangen müssen ohne es je gewollt zu haben aber ich habe ja keine andere Wahl. Es tut weh das vertraute Reich jetzt wieder verlassen zu müssen aber es liegt nun mal nicht in meiner Hand, wer das Geld hat, der hat die Macht.
Irgendwann werden nur noch wir ehemaligen Mitarbeiter uns an Hallo Pizza Zeiten erinnern, es war eine schöne Zeit, aber jetzt muss ich leider weiter ziehen obwohl ich alles andere als bereit dazu bin......

[Bild: traumengel_08.png]
[-] Die folgenden 1 Benutzer sagen Danke an Traumengel für diesen Beitrag:
  • Nebelwesen (29-12-2018)
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#2
Wow, bin sprachlos Traumengel. Lese Deinen Bericht, wie einen spannenden Krimi. Es ist einfach....bin mit Dir ....wütend, traurig, ängstlich,... weiß nich. Es tut mir leid. Es gehörte so zu Dir ... so habe ich Dich im Chat kennengelernt. Oft noch unterwegs um Pizza zu liefern. Ich wünsch Dir Kraft und Mut Neues zu finden und zu beginnen.
Kleine Wölfin
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#3
Danke für Deine lieben Worte Kleine Wölfin,  ich habe schon was Neues wo ich im Januar anfange aber naja es wird eben alles anders sein. 

LG Traumengel
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#4
Liebe Traumengel ,
ich kann Dich auch sehr gut verstehen es ist immer schwer etwas auf zugeben wo man sich auch wohl gefühlt hat.
Ich wünsche Dir von Herzen das Du auch in Deinem neuen Job gut ankommst und aufgenommen wirst.

LG
Kleine Elfin
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#5
Hallo Engelchen,

ein tollen Text hast Du verfasst,
und ich versteh Deine Ängste.
Veränderungen, Neues machen auch Unbehagen.

Ich denke aber auch, daß Du nach einer "Warmwerde-Phase" im neuen Job
auch gut auf Deine Kompetenzen zurückgreifen kannst,
und der Einstieg somit möglicherweise dann gut funktioniert.

Ich wünsch es Dir von Herzen.

Alles Liebe vom Nebelwesen  Upside-Down
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