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DIS & VT (Verhaltenstherapie)
#1
Hallo, mal ne Frage,

hat hier jemand Erfahrung mit Verhaltenstherapie bei DIS?


Wir fragen, weil wir, seit langem schon, schwer am überlegen sind, die derzeitige Traumatherapie (die uns so nix bringt) abzubrechen, und mehr was praxisorientierties für uns zu suchen.


LG, schattenfuchs
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#2
Hallo Schattenfuchs, leider habe ich mit so einer Therapie selbst noch keine Erfahrungen.
Ich war vor einigen Jahren für drei Monate in einer Klinik, dort hatte ich einmal in der Woche ein Gespräch mit einem Therapeuten, anfangs 
dauerten die Gespräche gerade mal 30 Minuten, was ich für viel zu wenig gehalten habe, später dann eine Stunde lang, was schon besser war. Anfangs hat mir die Therapie noch etwas gebracht, aber mein Therapeut, war wohl mit der dissoziativen Identitätsstörung nicht besonders vertraut.

Nach etwa 6 Sitzungen wollte er schon mit der Integration anfangen, dabei fangt man mit so etwas erst nach einigen Jahren an, mein Therapeut wollte das gesamte Programm, was etwa durchschnittlich 8 Jahre benötigt, in 12 Sitzungen und weniger als 12 Stunden Gesprächen durchziehen. Die Therapie hat mir nicht wirklich etwas gebracht, was ich mir erhofft habe, war, das ich lerne mit den anderen Persönlichkeiten in mir besser umgehen zu können, doch dafür da bekam ich nur sehr wenig Hilfe.

Vor 18 Monaten hatte ich mich dann um eine Therapie gekümmert, ich habe denen erklärt um was es gehen würde und gefragt, ob sie dazu in der Lage sind eine angemessene Therapie zu bieten, das wurde mir dann zugesichert. Ich musste dann 6 Monate darauf warten, dass ein Platz für mich frei wurde, als es dann so weit war und ich meinen ersten Termin hatte, war es bei mir so, dass es mir sehr schlecht ging und ich Gespräche sehr nötig hatte. Dann hatte ich die erste Therapiestunde und nach dem Gespräch, sagte mir die Therapeutin dann, dass sie die Therapie nicht mit mir machen könnte, da sie in dieser Angelegenheit nicht das ausreichende Wissen haben würde.

Seit dem habe ich mich nicht mehr um eine Therapie gekümmert, irgendwie habe ich die Hoffnung auf Hilfe aufgegeben, vielleicht sollte ich es noch einmal versuchen. Es ist aber nicht besonders motivierend, wenn man Monate lang auf einen Therapieplatz wartet und man dann gesagt bekommt, dass man die nötige Therapie nicht in der Lage ist durchzuführen, obwohl man es anfangs zugesichert bekommen hat. Zurzeit versuche ich irgendwie einen Weg zu finden, wie ich alleine mit dem allem klarkommen kann.

Gruß Seelenwanderer.
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#3
Uh, das klingt ja nicht so, Seelenwanderer...

bei uns ist es letztendlich auch dieses "zusammenführen", das auf Beigen und Brechen, herbeigeführt werden soll... - letztenendlich hat das so rein gar nichts mit unserem alltäglichen Leben zu tun, in dem wir Unterstützung bräuchten. Zum Glück haben wir ne gut funktionierende Betreuung, ohne die wir uns komplett verlieren würden...

Die "Überforderung" der Therapeuten mit der Thematik und auch die langen Wartezeiten kennen wir sehr gut...

Müssen uns da jetzt mal erkundigen, wie genau das ablaufen würde, wenn manne laufende Therapie(form) wechselt..

Alles Gute
schattenfuchs
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#4
Hallo Schattenfuchs,
wie ist das denn bei Euch so am ablaufen, versucht man bei Euch auch sehr früh die Integration durchzuführen? Auf jeden Fall ist es so, dass eine Integration erst nach einigen Jahren Therapie durchgeführt wird, ich denke auch, dass man damit nicht zu früh beginnen sollte. Als mein Therapeut das angesprochen hatte, war bei mir ja die Therapie noch ganz am Anfang, direkt, nachdem er davon anfing zu reden, dass er gerne damit beginnen möchte, brach bei uns die Hölle aus.

Meinen Innenpersonen gefiel das gar nicht, sie waren sofort sehr laut und alle redeten durcheinander und es war mir kaum möglich vorn zu bleiben, sie sagten zu mir, dass sie jetzt wohl einfach wegtherapiert werden, dass sie für mich da waren und jetzt wo ich sie nicht mehr brauchen würde, will man sie loswerden. Da kamen noch einige Vorwürfe, alles geriet bei mir durcheinander und es ging mir recht schlecht, das dauerte dann noch viele Tage an.

Ich sagte dem Therapeuten dann eine Woche später, dass eine Integration nicht infrage kommen würde, ich habe ihm erklärt warum dass so ist und er hatte es dann auch akzeptiert, von diesem Zeitpunkt an, brachte die Therapie nicht mehr dass geringste bei uns. Ob man eine Integration machen möchte, darf man selbst entscheiden und diese Entscheidung muss dann auch akzeptiert werden, man darf Euch nicht dazu drängen. Diese Informationen habe ich von Websites, die von Psychologen sind, also von Leuten, die wissen, wovon sie reden. Na ja, vielleicht glauben sie auch nur zu wissen, wovon sie reden, sie haben das, was bei uns ist, nie selbst erlebt, aber immerhin ist denen klar, dass eine Integration nicht immer vom Vorteil ist.

Wie ist das den bei Euch, seit Ihr mit der Integration einverstanden, wie reagieren Deine Innenpersonen denn darauf?

Zitat:Schattenfuchs: Letztendlich hat das so rein gar nichts mit unserem alltäglichen Leben zu tun, in dem wir Unterstützung bräuchten. 

Wir denken auch, dass es in erster Linie wichtig ist, zuerst mal den Umgang mit den Innenpersonen und den alltäglichen Leben klarzukommen, gerade da hat man anfangs sehr großen Bedarf an Hilfe. Ich denke, dass eine Therapie, nur dann erfolgreich und angenehm verlaufen kann, wenn man mit den Anderen im Alltag gut umgehen kann und ein gutes Verhältnis zu ihnen hat. Es nutzt ja nichts, wenn man in der Therapie es nicht wirklich schaffen kann, mit den Anderen zusammenzuarbeiten und sie auch während der Therapie vor zu lassen, was nicht gerade leicht ist zuzulassen. Leider denken Therapeuten da wohl anders.

Weil das so ist, fällt es uns auch so schwer, einen neuen Therapieplatz zu suchen, ohne eine solide Grundlage, macht eine Therapie keinen Sinn, wir haben unsere eigene Vorstellung davon, wie eine Therapie für uns am besten ablaufen kann, ich wünsche mir, dass man mehr auf uns eingehen würde und nicht einfach versucht, stur ein bestimmtes Programm durchzuziehen.

Wir sind auch der Meinung, dass Therapeuten mit der Thematik oft sehr überfordert sind, wir haben keine Lust für Therapeuten ein Versuchskaninchen zu sein an dem sie üben können, die Therapie geht über viele Jahre, und da haben wir keine Lust da wertvolle Zeit an Therapeuten zu verschwenden, die nicht wirklich einen guten Plan haben und sich nicht wirklich ausreichend mit der Thematik auskennen. Na ja, keine Therapie ist vielleicht schlechter als eine Therapie, die nicht optimal ist, aber wir haben den Anspruch, dass wenn wir Therapie machen, die auch korrekt abläuft und dass man auf unsere Bedürfnisse an die Therapie eingeht und das, da nicht unsere Zeit verschwendet wird.

Gruß Seelenwanderer und auch grüße von meinen Innenpersonen, die mit mir zusammen geantwortet haben.
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  • Silver (20-01-2019), Traumengel (06-01-2018)
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#5
Huhu Seelenwanderer,

...diese frage des "Zeitpunktes" im Allgemeinen....wir wissen es nicht. - Was wir hingegen bei uns sehr genau wissen ist, dass wir keinerlei Bedfürniss danach haben, oder gar eine Notwendigkeit darin sehen "zusammegnführt" werden zu müssen. - Wir können uns das nichtmal theoretisch vorstellen.... - die einzige Reaktion, die da  im System kommt, ist: Trotz. Und Todesangst von einzelnen, weil "zusammenführen" ja auch heißt: "ihr habt alle eins zu sein.."

Wir wissen's auch nicht, wieso wir das dem Therapeut so oft erklären müssen, dass das für uns kein Thema ist. Anscheinend hat das ganze mehr mit seinem "Ehrgeiz" irgendwast erreichen zu wollen, zu tun, als mit unserer Lebenswrklichkeit...

Wenn wir in unsere Tagebücher schauen, die wir darüber schreiben....das sind schon ganz unterschiedliche Baustellen, beides. die Therapie und unsere Leben...


...was gut ust, ist, ist, dass wir dieses Thema des Wechselns in der Betreuung  oft ansprechen. fehlen nur noch Nägel mit Köpfen...puh.
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  • Seelenwanderer (09-01-2018)
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#6
Hallo 
Leider habe ich auch noch keine Erfahrungen mit einer Therapie bei DIS, ich habe zwar seid ich ein Kind war immer wieder Therapien gehabt und musste die, weil meine Erzeugerin es so wollte, ständig wechseln, ich weiß nicht warum ich das ständig musste aber ich kann es mir heute denken. Diese Therapien waren aber wegen etwas anderem, denn damals wusste ich noch nicht, dass ich viele bin und wohl auch niemand anders um mich herum.
Was ich aber sagen kann ist, dass auch bei mir die Therapeuten (alle die ich schon durch hab) immer nur ihr Programm durch ziehen wollten, keiner von denen ging mal richtig auf mich ein, ich hörte immer nur: " Ja wenn sie nicht will kann ich ihr auch nicht helfen." Dabei wussten sie alle gar nicht was ich will, es hatte mich ja nie jemand gefragt.
Meine Erfahrungen mit Therapeuten waren im allgemeinen alle nur sehr mies und ich habe sehr viele davon kennenlernen müssen, gebracht hat es aber nie etwas.

Zitat:Seelenwanderer:  Na ja, vielleicht glauben sie auch nur zu wissen, wovon sie reden, sie haben das, was bei uns ist, nie selbst erlebt, aber immerhin ist denen klar, dass eine Integration nicht immer vom Vorteil ist.

Ich bin sogar fest davon überzeugt, dass sie nur glauben zu wissen wovon sie reden, klar haben sie das alles studiert und gelernt, aber eben alles nur in der Theorie und nie selbst erlebt und gefühlt. Sie haben nie die andere Seite (unsere Seite) erlebt und das werden sie auch niemals können. Mein Gefühl ist, dass Leute wie wir, für die meisten Therapeuten  
(ich will nicht alle über einen Kamm scheren, vielleicht gibt es ja auch gute) nichts weiter als ein Job sind, den sie zu erfüllen haben, dass sie uns für verrückt halten und nicht ganz ernst nehmen. Dies ist nur mein Empfinden und muss nicht unbedingt zu treffen aber es hält mich davon ab selbst wieder eine Therapie zu suchen.

Zitat: Seelenwanderer: Na ja, keine Therapie ist vielleicht schlechter als eine Therapie, die nicht optimal ist, aber wir haben den Anspruch, dass wenn wir Therapie machen, die auch korrekt abläuft und dass man auf unsere Bedürfnisse an die Therapie eingeht und das, da nicht unsere Zeit verschwendet wird.

Ich finde Seelenwanderer hat mit allem was er bisher schrieb Recht, aber hier muss ich ein klein wenig widersprechen zumindest war es in meinen Fall so, dass ich einige falsche Therapien hatte und diese mich mehr verunsichert und zurück geworfen hatten als das sie je geholfen hätten.
Um ehrlich zu sein gab es als ich noch sehr klein war ( Grundschule genaues Alter weiß ich nicht mehr) nur einen einzigen Therapeuten zu dem ich nach einer Weile langsam Vertrauen auf baute und das Gefühl hatte, dass dieser mir tatsächlich helfen konnte, leider war er schon sehr alt und als ich mich langsam an ihn  gewöhnte und Fortschritte machte, ging er in Rente und ich wurde jemand neues vor die Nase gesetzt bei dem ich wieder dicht machte.
Danach kam viele Jahre niemand mehr an mich ran und erst mit 15 Jahren bekam ich von der Schule eine Sozialpädagogin die etwas bei mir erreichte, ich weiß noch, dass ich sie anfangs einfach abgewiesen hatte und nichts mit ihr zu tun haben wollte, aber sie ließ nicht locker, sie sah Dinge die sonst niemand sah sie merkte zum Beispiel was ich mit meinen Fingern machte und das ich mich selbst verletzte und sie merkte, dass meine Erzeugerin wohl nicht ganz dicht war, sorry für diesen Ausdruck, aber sie war wohl die erste die erkannte, dass das eigentliche Problem wohl von den Eltern kam.
Ich habe dieser Frau sehr vieles zu verdanken, ich hätte ohne sie das niemals geschafft was ich bis jetzt geschafft habe.
Sie war mir anfangs so sehr lästig aber am Ende der Schulzeit als unsere Wege sich trennten und wir uns das letzte Mal trafen habe ich geheult, weil ich wusste ich werde sie nie wieder sehen
Sie war nur eine kleine Sozialpädagogin aber sie hat das bei mir geschafft woran all die Psychologen die ganzen Jahre lang versagt hatten. 
Sie hatte sicher nicht das Wissen was ein ausgebildeter Psychologe hat aber sie hatte Geduld, Ausdauer und Einfühlungsvermögen, sie hat mich nicht einfach wieder aufgegeben wie es alle machten sondern es bis zum Ende mit mir durchgezogen und das ist es was wirklich zählt.

Lg Traumengel
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  • Seelenwanderer (09-01-2018), Silver (06-02-2019)
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#7
Auch wenn wir nicht DIS haben, wollen wir euch Schattenfuchs aufzeigen, wie dass mit dem zusammenführen gemeint sein könnte.
 
Wir vergaßen, Hallo!! J
 
Wir sind nach außen organisiert zu Eins.
Wenn wir nach innen blicken, sehen wir eine Ansammlung von vielen Individuen, versammelt in einem großen Raum, einige sehr nahe an zentralen Schnittstellen, andere weiter weg und noch weiter hinten, sie blicken alle nach vorne, in die Richtung, in der wir nach Innen blicken.
Dann gibt es wieder andere die schlendern durch den Raum, teilnahmslos, Andere drehen sich um und verschwinden, während Neue dazu kommen. Ein fliegender Wechsel. Alle tun dies was sie wollen. Die inneren Ebenen sind so groß wie sie jeder braucht, aber alle wissen, dass sie es nicht übertreiben dürfen, der rigorose Ablauf des Körpers in der realen Welt darf nicht gestört werden.
Jene Gestalten die wir wahrnehmen sind auch unterschiedlich groß, obwohl die Kleinen, nicht wirklich im Vordergrund stehen und jetzt da sie wieder wissen, dass man über sie schreibt, ziehen sie sich weiter zurück.
Zusammenführen könnte auch heißen, dass ihr nur wie Eins funktionieren sollt. Ansonsten aber weiterhin so frei von einander sein sollt, wie ihr es für nötig haltet.
Therapeuten und ihre Versuche zu verstehen, was in jedem einzelnen Menschen so verschieden sein kann, überfordert auch sie und meistens ist es nur ein Versuch, also war bei unserer Therapeutin so.
Sie wollte immer dass wir Namen vergeben oder eine festgesetzte Anzahl, also wieviel, das liegt daran, dass sie eine Ausbildung hatten und irgendwoher so dies als Lösungsansatz aufgeführt ist, doch jeder Mensch mit seinen Erlebnissen ist uneingeschränkt und ausnahmslos unterschiedlich.
Ein absolutes Individuum.
Also muss jeder für sich oder viele mit allen, selbst einen Weg finden, wie sie damit am besten zu Recht kommen.
Meine Therapeutin sagte mal zu uns, dass es ihr nicht um Heilung geht, sondern nur, dass wir damit noch besser klarkommen.
 
Wir haben keine Bezeichnungen, denn wir kennen jeden, jeden der ins Licht tritt, ansonsten spielt es keine Rolle. Und auch die Anzahl spielt keine Rolle, weil wir einst alle damit einverstanden waren, aus den unterschiedlichen Gegebenheiten ein WIR zu formen. Jenes WIR-Gefühl stärkt uns, weil keiner mehr alleine kämpfen muss, wenn man Hilfe braucht, kann sie angenommen werden und genauso schnell wieder gehen, wenn es benötigt wird.
Und zusätzlich sind die Kleinen mutvoller und nicht so abgekapselt. Allein und in der Finsternis.
 
Und wenn er doch zuviel drängt, dann solltet ihr ihn darauf aufmerksam machen, weil es hier um euer Wohlwollen geht und nicht um seins.
 
LG Maddox
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#8
Verhaltenstherapie haben wir noch nie gemacht und ich bin mir nicht so sicher, was dieser rein pragmatische Ansatz in unserem Fall helfen würde. Denn in der Verhaltenstherapie werden die Gründe für Probleme meistens völlig außen vor gelassen. Und wenn man diese oder jene Sache dann machen soll, schließlich ist es ja eine Verhaltenstherapie, und das nicht kann weil....hat bei unsereins ja Gründe, nech?....dann kann einem das ganz schnell als Therapieunwilligkeit zurück geboomerangt kommen.

Ich halte davon nichts.

Ja, Therapeutensuche ist mies! Es dauert ewig bis man mal irgendwo einen Termin bekommt und dann rennen die gerne auch mal schreiend davon. Nach Außen klingt das dann wie „oh, damit habe ich keine Erfahrung...ich kann IHnen da nicht helfen.“
Was aber die bessere Alternative ist zu „ja klar, wir integrieren dann gleich mal (habt ihr ja hier schon beschrieben) oder oder oder... mann hab ich da schon Sprüche zu hören bekommen. ...

Aber manchmal hat man auch Glück.
Wir haben eine tolle Thera, die sich damit auskennt und seit jeher Fortbildungen macht auch für uns, sie ist menschlich für uns optimal und ich entgegen aller anderen Theras, die wir je kennengelernt haben, in der Lage auch mal gegen den Strom zu schwimmen und sich sogar gegen ihren Supervisor zu wehren, wenn sie der Meinung ist, dass wir unkonventionell besser klar kommen. :-)
Und wir arbeiten unkonventionell.

Aber sie ist toll. Undichwünsche jedem hier das Glüpck eines passenden Therapeuten.

Zu guter letzt noch:
Ich finde auch, ob INtegration oder nicht, muss im System entscheiden werden und nicht von Therapeuten aufgedrückt werden weil „man das so macht“.
Wir sind für uns ganz entschieden gegen eine Integration. Jeder hat sein Recht, jeder hat zum überleben beigetragen und darf bleiben bis wir eines Tages in die Kiste hoppsen.
Einfache Rechnung und klarer Systemkonsenz. Sonst dürften wir überhaupt nicht zur Therapie gehen.

LG
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  • Finchen (12-11-2018)
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#9
wir haben mal die 3monatige stationäre DBT gemacht, und fanden das hilfreicher (für uns) und konkreter, als das momentane wühlen der Traumatherapie... Wissen woher etwas stammt tun wir ja, nur großartig helfen bei den 10.000 "Kleinigkeiten", die im Alltag so im argen liegen, und die wir alleine nicht bewältigen können, tut uns das nicht....

Und das eine muss das andere ja auch nicht ausschließen. Finden die Arbeit an konkret situativem für uns eben gerade hilfreicher, als "alte Geschichten aufzuwärmen", und hin-und her zu drehen...
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#10
Eigentlich sollte ein guter, auchein Traumatherapeut dazu in der Lage sein auch situativ zu arbeiten und nicht nur zu wühlen.
Ich meine: das gehört auchzur Stabilisierungsarbeit dazu. Immerhin sollte man in seinem Leben akut zurechtkommen.
Deswegen äußere ich mal zweifel an der Kompetenz eures Threas.

Unsere hat das fast 8 Jahre nur mit uns gemacht. Nur das akute, nur das, wofür wir gerade Hilfe brauchten....
Hm....
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#11
Ihr scheint recht schnell in euren (Vor-)Urteilen zu sein...Habt noch nie ne VT gemacht, seid euch aber sicher, dass das nichts ist, weil... stellt die Kompetenz unseres Traumatherapeuten, den ihr nicht kennt, infrage, weil (?)...

Haben nicht so den Eindruck, dass das groß was bringt dazu noch irgendetwas zu sagen. 

Nichts für ungut.
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#12
Entschuldige bitte.
Ich habe die Kompetenz mal leise in Frage gestellt weil du geschrieben hast, dass es dir nichts bringt.
Und weil ich persönlich von einem Traumatherapeuten mehr erwarte als nur wühlen in alten Dingen.

Und meine persönlcihe Meinung werde ich ja wohl noch sagen dürfen, oder?

Ich bin dann mal wieder still. Und halte mich hier raus.
Ich wünsche dir, dass du einen Weg findest, der dir hilft.

LG
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#13
Angenommen, und wie gesagt: nichts für ungut. - Geht um Erfahrungen, nach denen wir (ursprünglich) fragten, nicht um "Meinungen", die keinerlei Erfahrung dazu haben.....

Ist nicht angriffig gemeint. 

Gibt wenige, die mit uns arbeiten können, und unser Traumatherapeut ist einer von denen, die es (fachlich) können, und sich auch zumuten... - aber..... "Aber". Punkt. ;) - Wir brauchen was konkreteres, situativ-fokussierteres, anstatt...
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#14
Mir fällt dazu noch was ein. Könnte es parallel etwas für euch sein, eine Ergotherapie zu machen?
Wir haben kürzlicheine gefunden, die sich auf Traumapatienten fokussiert hat und die arbeitet auch ganzstark daran, was akut ist, lösungsorientiert, aktiv und kreativ.

Vielleicht wäre das eine Idee, die mir gerade einfiel.
Wir fangen gerade selbst erst damit an.
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#15
Ja, es gibt gute VT-Traumatherapeuten. Die Frage ist, wie sie konkret arbeiten, welche Methoden sie benutzen. Traumatherapie ist sowieso oft integrativ, arbeitet oft schulenübergreifend.

Das Gute an einem VT-Therapeuten, der Traumatherapie macht, ist, dass er die ganzen VT-Sachen kann und die Haltung der Verhaltenstherapie drauf hat. Das ist deutlich anders als bei Tiefenpsychologen und Psychoanalytikern.

Ich hab' mir jetzt ganz bewusst wieder einen VT-Traumatherapeuten gesucht, weil ich das viel besser finde und es viel mehr Spaß macht als mit den Tiefenpsychos oder Psychoanalytikern.

Und ja klar: Ergotherapie, insbesondere Neurofeedback ist eine prima Sache, am besten als Ergänzung zu einer guten Traumatherapie oder auch mal als einzelne Behandlung. Da gibt's viele gute Leute und das Neurofeedback gehört zu einer guten Traumatherapie einfach dazu.

VT bei einem guten Therapeuten ist völlig anders als sich die Leute das vorstellen. Zumal die jüngeren Therapeuten, die zur 3. emotionalen Welle der VT gehören, nicht mehr rein mit Kognitionen arbeiten, sondern mit Emotionen. Da muss man auch immer aufpassen. Die junge Generation arbeitet in allen Therapieschulen schon anders als die ältere Generation von Therapeuten.

Es kommen auch vermehrt die Schematherapeuten, die DBT-Therapeuten, die Hypnotherapeuten und hypnosystemische Therapie zum Einsatz. Kommt halt immer drauf an, mit was und wie schwer traumatisiert. Mein früherer Traumatherapeut und ich haben uns verkracht, weswegen es ungut zu Ende ging. Aber er hat schwerste Traumafälle behandelt und das sehr schnell, also da war immer Speed-Dating-Therapie.

Also wie Therapie und Traumatherapie abläuft, hängt von dem Therapieansatz ab, von der Therapieschule und von dem Therapeuten selbst. Da muss man selbst hingehen und jeden einzelnen Therapeuten ausprobieren und nachfragen, was er kann, was er macht und schauen, wie er gestrickt ist. Es gibt Leute, die schreiben Dich gleich mit "Liebe Frau Sowieso..." an und andere mit "Sehr geehrte Frau Sowieso....", man merkt, die Leute sind unterschiedlich distanziert und unterschiedlich in ihrer Haltung.

Das Vorurteil, dass VT bei schweren Traumata nicht geht, ist Quatsch. Es kommt halt immer drauf an, wie die Einzelumstände sind.
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#16
Hallo GGG, Du kennst Dich ja wirklich gut mit allem aus und ich denke, dass Du genau weißt, was für Dich das Richtige ist, ich selbst habe bis jetzt nur Therapeuten gehabt, die sich nicht auskannten und mir gar nicht helfen konnten. Ich selbst weiß auch nicht, was für mich das Richtige wäre, wie ich einen Therapeuten finden kann, bei dem ich in guten Händen bin, muss ich denn wirklich erst die ganzen unfähigen Therapeuten mit ihren veralteten Therapieformen ausprobieren, um dann vielleicht irgendwann mal das Glück zu haben, einen Therapeuten zu finden, der weiß, was er macht.

Ich mag meine Zeit nicht damit verschwenden mich durch die schlechten Therapeuten durchzukämpfen, aber irgendwie wird mir da wohl nichts anderes übrig bleiben, hab ich den Verdacht.

[Bild: Seelenwanderer-2-07.png]
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#17
Ein klares Jein von meiner Seite! :-))

Also die lästige Ausprobiererei kann man nicht einfach so abwenden. Ohne Suchen und Versuchen wird's nicht gehen. Ohne Ausprobieren wird's auch nicht gehen, weil ob die Chemie stimmt und ob ein Therapeut Dich nehmen möchte, ist dann Einzelfallfrage und muss wirklich im Gespräch getestet werden.

Aber alle Therapeuten ausprobieren und alle schlechten und veraltet arbeitenden Therapeuten gleich mit besuchen, ist sicherlich nichts, was man muss. Da ist es besser, vorher erst mal mit spezifischen Therapeutenlisten und Suchmaschinen und Klinikbewertungen und Therapeutenbewertungen, Traumaambulanzen usw genauer zu suchen und direkter auf Leute zuzugehen, die davon was verstehen. Es ist z.T. auch eine Durchfragerei, wer vor Ort sowas kann.

Man kann sich dann die HP ankucken, ob da schon was steht. Dann bleibt die Anfrage per E-Mail und per Telefon, dann die neue Stprechstunde bei Therapeuten. Es gibt Ausbildungsinstitute, Emdria, Ego-State-Insitute, Fachgesellschaften, Kliniken vor Ort, in der Region, die man anfragen kann, die haben manchmal Adressen. Es kommen jetzt auch mehr nach. Im  schlimmsten Fall in eine Klinik gehen und beten, dass sie 'ne Nachbetreuung nachschießen oder Intervalltherapie.

Mehr kann man da leider nicht machen. Alles anzapfen, auch schauen, ob man einen spezialisierten Psychiater findet. Die bekannten Traumaexperten anschreiben, die haben manchmal auch noch  Tipps. Im Moment gibt's viele Ausbildungsambulanzen, die auch EMDR oder Schematherapie ausbilden und evlt. gibt's da Dozenten, die sowas übernehmen können.

Es ist schwierig mit einer DIS, aber wenn man z.B. mit einer  Therapeutin klarkommt, da gibt's schon welche. Mit einem Traumatherapeuten ist es schwieriger. Therapeuten mögen weniger gerne Trauma machen, die sind eher bei anderen Dingen vorne, z.B. Suchttherapie.

Es gibt auch einige Beratungsstellen, die sich inzwischen gut mit Traumatherapie und Traumapadägogik auskennen, auch da gibt's immer wieder Traumatherapeuten oder welche, die welche kennen. Wenn man nicht so verkorkst wie ich ist, dann denke ich, gibt's schon Möglichkeiten bzw. wird's in mittelfristiger Zeitspanne geben. Wir haben jetzt im Vergleich zu früher hier relativ viele Traumakliniken bekommen, z.T. vor wenigen Jahren eröffnet bzw. haben die vorhanden Kliniken hier auf Traumatherapie erweitert. Da passiert schon was, aber nicht schnell genug.

Und eins ist ganz wichtig:

Nicht verzweifeln bei miesen Therapeuten-Erfahrungen. Es sind da viele doofe Leute in diesem Job, viele, die nicht viel können und schon gar nicht sich anstrengen wollen. Manche klatschen einem die dümmsten Sprüche an den Kopf und sind voll von sich überzeugt.....

Vollpflosten und gestörte Leute, die besser nie so einen Beruf ergriffen haben, gibt's immer und überall. Sowas darf man dann auch nicht überbewerten und zu ernst nehmen, sondern da ist es wichtig, wieder Distanz dazu zu kriegen, das richtig einzuordnen, sich klar zu machen, dass die Anteile bei sowas sehr viel Angst kriegen, hoffnungslos werden können und das man denen das langsam klar machen muss, dass da eben wie in jedem anderen Job 'ne Menge Leute unterwegs sind, die Nieten sind, die gestresst sind, die eigene Probleme haben und dass es halt nicht gut lief und oft mies laufen wird, dass es aber andere auch geschafft haben, mit viel Anlauf und vielen Versuchen, doch was Passendes zu finden. Traurig darüber sein wird immer passieren, aber wichtig ist, sich da nicht ganz davon wegschwemmen zu lassen. Ich hab' schon manche Therapeuten zusammengestaucht, weil sie schlecht gearbeitet haben. Wenn einer gar zu blöde kommt, dann gebt's ihm an Ort und Stelle zurück, beschwert Euch über ihn bei der KV oder schreibt ihm eine E-Mail und kritisiert ihn sachlich, aber hart und sagt ihm, dass sowas eine Zumutung ist und ihr sowas gar nicht haben wollt, sondern einen wirklich guten Therapeuten, damit die auch mal kassieren und nicht nur austeilen. Manche muss man da schon mal von ihrem hohen Ross runterholen.

Mich hat mal ein Therapeut mit der  Begründung abgelehnt, dass es mir zu schlecht ginge für eine ambulante Therapie und ich wohl gescheiter in die Akut-Psychiatrie gehen sollte, damit mir möglichst schnell geholfen werde. Dann hab' ich ihm gesagt, dass ich keine Akut-Psychiatrie brauche, weil ich mir selbst helfen kann. Dann hat er blöde gekuckt, so nach dem Motto: "Ah, zu stolz, um sich helfen zu lassen... ". Dann hab' ich zu ihm gesagt:"Ich bin hergekommen, weil ich eine ambulante Traumatherapie suche. Wenn ich in eine Akut-Psychiatrie wollte, wäre ich dort hingegangen. Ich will aber eine ambulante Traumatherapie.". Dann fing er wieder an, dass das ja gar nicht gehen könne und Akut-Psychiatrie da angezeigt wäre, weil  so schlecht verfasst... Dann bin ich ihm ins Wort gefallen und hab' zu ihm gesagt: "Wenn Sie ein Problem damit haben, dann können Sie ja in die Akut-Psychiatrie gehen?!". Dann hat er mich ganz blöde angekuckt, so nach dem Motto, das käme ja für ihn nicht in Frage, dass man ihn an die Psychiatrie verweist. Dann hab' ich zu ihm gesagt: "Für sich selbst lehen Sie das ab. Aber andere schicken Sie hin. Mich würden Sie da hin schicken. Wenn man Sie hinschickt, dann sind Sie beleidigt. Mhm. So, Herr ..., wenn Sie in die Psychiatrie gehen wollen, können Sie das machen. Mir würde es keinen Spaß machen, aber wenn Sie Psychiatrie so toll finden, dann können Sie ja hingehen. Ich find' Psychiatrie nicht toll, mir macht's keinen Spaß und deshalb geh' ich da nicht hin. Ende der Diskussion. Und Tschüß!". Und dann bin ich auf'm Absatz umgedreht und bin gegangen.

Wenn Dir ein Therapeut während des Vorgesprächs blöde kommt, richtig doof kommt und Du siehst, das bringt gar nix: Steh' auf und geh', lass' den oder die einfach hocken. Das wirkt manchmal echt Wunder. Ich hab' schon Therapeuten beim ersten Telefonat komplett auseinandergenommen, fachlich. Das hiflt. Beim nächsten Patienten geben sich die viel mehr Mühe, nach so einem  Exempel, das man  statuiert, denken viele das erste Mal drüber nach, wie sie andere Menschen behandeln. Oder mal ihr Verhalten spiegeln oder provokative Therapie mal mit denen machen. Wenn man bei Therapeuten mal den Spieß umdreht, das ist ein Spaß und manche dieser Leutchen haben einen größeren Dachschaden als ihre Patienten. Ich hab' auch lange gebraucht, bis ich bei Therapeuten richtig selbstbewusst und souverän auftreten konnte.
[-] Die folgenden 1 Benutzer sagen Danke an GGG für diesen Beitrag:
  • Silver (20-01-2019)
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#18
Hallo GGG

Dass was ich in der Klinik und bei der ambulanten Therapie erlebt habe, ist also etwas ganz normales und ich sollte mich davon nicht zu sehr runter ziehen lassen oder sogar ganz aufgeben. Du hast recht gut beschrieben, worauf man achten sollte bei der Wahl von Therapeuten und Therapiearten, das werde ich auch alles berücksichtigen. Ich denke, dass mir das sehr weiter helfen wird. Auf jeden Fall werde ich sehr darauf achten, dass ich da nicht wieder, dass Versuchskaninchen bin, das ist mir sehr wichtig.
Ich werde mich wohl erneut um einen Therapieplatz kümmern, allerdings habe ich Angst vor Therapie, als ich in der Klinik war, wollte der Therapeut immer das ich einen anderen Anteil vorlassen, aber das kam für mich nicht infrage, nicht bei jemand den ich gerade erst kennengelernt habe und noch nicht vertrauen kann, es dauert einige Zeit, bis ich jemanden vertrauen kann und selbst dann werde ich nicht einfach einen anderen Anteil von mir vorlassen können. Wenn ich beim Gespräch einfach wechsle, ohne das ich es mitbekommen kann, dann ist es noch ok, aber na ja, ich gebe nicht gern die Kontrolle ab und irgendwie habe ich das Gefühl, das ich gezwungen bin zu wechseln, auf Kommando, das kann ich nicht so einfach bei jemand fremden. 


Es ist mir schon möglich einen anderen Anteil bewusst vorzulassen, ich kann das nur nicht, während Fremde dabei sind, bei bestimmten Personen, habe ich auch kein Problem damit zu wechseln, aber das geht nur bei zwei Personen, denen ich sehr vertraue und auch keine Angst haben muss, dass man mich für verrückt hält oder sonst was zu mir sagt.
Es kommt schon mal vor, dass ich wechsele, während ich mit meiner Freundin zusammen bin und mit ihr in der Öffentlichkeit unterwegs bin, ihr kann ich da sehr vertrauen und sie kommt auch gut damit klar, wenn ich wechsele. Was mich aber sehr wundert, ist, dass ich damit klarkommen kann, wenn ich in der Öffentlichkeit wechsele, während meine Freundin bei mir ist.
[Bild: Seelenwanderer-2-04.png]
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#19
Hallo Seelenwanderer,

das mit der Therapiesuche ist 'ne heikle Angelegenheit. Ich dränge da keinen, weil ich weiß, dass die Bedingungen bisher da draußen alles Andere als optimal sind. Auf der anderen Seite weiß ich, dass es für viele einfach allein nicht mehr geht. Eine Riesennachfrage von Traumapatienten sucht was und je schwerer krank, desto schwieriger wird es.

Ich weiß von vielen, die über Beratungsstellen an  Traumatherapeuten vermitelt wurden. Mein Erfahrungswert ist der, dass es weitaus mehr Traumatherapeutinnen gibt und wer mit einer Frau gut klarkommt, findet meiner Erfahrung nach eine Traumatherapeutin. Da gibt's ja für sexuellen Missbrauch überall Beratungsstellen, z.T. von sehr bekannten Insitutionen. Wenn man da im Internet schaut, dann findet man sicher die eine oder andere auf sexuelle Gewalt spezialisierte Beratungsstelle oder Ansprechpartner. Es gibt diverse Therapeutenlisten, die man da rausbekommt, wo eben Therapeutinnen drauf sind, die mit DIS schon  Erfahrungen gemacht haben.

Wenn man einen Traumatherapeuten sucht, dann wird's schon viel schwieriger. Und das ist auch so meine Erfahrung, dass halt grade viele traumatisierte Männer es schwer haben, wenn sie 'ne Klinik suchen oder einen Therapeuten. Es ist doch alles ziemlich auf den typischen Fall traumatiserrte Frau sucht Traumatherapeutin ausgelegt. Das hab' ich auch schon oft moniert und ein paar der supertollen  Traumahochburgen haben von mir mal gesagt bekommen, dass es so nicht geht. Reine Frauenstationen, aber keine Männerstationen. Ich hab' denen geschrieben: Ich will 'ne Traumatherapie machen und nicht ins Kloster gehen. Von einer männerfreien Umwelt halte ich mal gar nix, weil ich die Männer in unserer Welt für'ne tolle Sache halte und für einen großen Gewinn, wenn man es nicht grade mit den total gräßlichen Vertretern des Geschlechts zu tun hat.

Es ist schwer, was zu finden und wenn man was gefunden hat, dann gibt's auch da keine Garantie.

Ich würde sagen, was hilft, die Chancen zu verbessern, ist, informiert zu sein, damit man nicht an die ganz schlechten Therapeuten kommt, die total gar nix können und nur sich profilieren möchten. Die klassischen Profilneurotiker im Endstadium, die mal ohne jede Vorerfahrung und jedes Netzwerk an eine DIS rangehen, sollte man meiden.

Auch das, was dieser Kliniktherapeut da bei Dir abgezogen hat, hat mit einer seriösen und verantwortungsbewusst durchgeführten Traumatherapie bei DIS null zu tun! Integration nach ein paar Wochen, Anteile nach vorne bitten, einfach erwarten, dass Wechsel sich vollziehen, wie im Lehrbuch??

Urgh....

Sowas geht gar nicht.

Also um da weitere besonders negative Erlebnisse zu vermeiden oder zu reduzieren, sollte man von Anfang an schon etwas qualifiziert nachfragen, damit man die Therapeuten, die gar nix von Trauma verstehen, gleich gar nicht aufsucht. Zweiter Schritt wäre dann am Telefon und/oder per E-Mail mehr zu erfahren und den Therapeuten schon mal beim ersten Kontakt abzuchecken.

Dann bleibt pro Stadt selten mehr als  2- 10 Leute übrig, die überhaupt in Frage kommen könnten. Da geht man dann mal hin, aber auch mit dem Hintergrund: "Wahrscheinlich wird's auch da nix werden, aber ich lass' es mal auf mich zukommen, warte ab und frage das, was ich wissen will, ab.".

Du musst mit der Person halt auch klarkommen. Die beste Qualifikation bringt nix, wenn Du mit jemandem nicht zusammenpasst.

Wenn man ganz labil ist, dann wird's extrem schwer,  Vorgespräche und sowas zu machen. Das geht oft nicht gut aus. Bei solchen total instabilen Leuten ist oft der erste Weg zur Traumaklinik oder Traumaambulanz oder einer Beratungsstelle der bessere Weg. ich hab' in den letzten Jahren auch bei den Beratungsstellen recht gute Traumatherapeuten erlebt.

Man muss suchen und versuchen und sich sagen, wenn's jetzt nicht klappt, dann später mal. Verbissen auf Therapie versteifen, wenn man keine an Land ziehen kann, macht nur kaputt.

Dann echt lieber nur DBT umsetzen lernen, immer stabiler werden und Traumatherapie vertagen, bis man eben mal irgendwann einen guten Ansprechpartner findet.

Das kann jederzeit passieren oder erst in  5 oder 10 Jahren. Da steckt man nicht drin. Ohne den Versuch, wird man allerdings niemanden finden.

Was halt auch immer wieder sinnvoll ist, ist Rumfragen, sich durchtelefonieren. Wenn irgendwer Lehrbücher schreibt, wenn jemand wo Vorträge zum Thema macht oder im Internet Vorträge zu finden sind, ruhig mal da nachfragen. Bei den Ego-State-instituten nachfragen usw...

Klar, wäre besser, alles wäre schon koordiniert, man könnte einfach so schnell seinen Traum-Traumatherapeuten finden, in 5 km Entfernung, sofort frei usw... Das sollte es geben, aber bisher gibt's sowas nur ganz selten und durch Zufall.

Man muss es halt einfach überall versuchen und die ganzen Pleiten vorher einkalkulieren und nicht jedes Mal zusammenbrechen, wenn wieder eine Absage kommt oder sich ein anfänglich für toll befundener Therapeut sich als Vollpfosten und ziemlich unsensibel herausstellt. Man kann in die Leute nicht beim Erstkontakt reinschauen. Man sollte kalkuliertes Risiko fahren und wissen, wie man sich selbst auffängt, wenn's wieder mal frustran läuft.

Gleich in der richtigen Ecke suchen, ist aber wirklich wichtig.
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  • Süden (15-02-2020)
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#20
Zitat:GGG: Dass halt grade viele traumatisierte Männer es schwer haben, wenn sie 'ne Klinik suchen oder einen Therapeuten. Es ist doch alles ziemlich auf den typischen Fall traumatisierte Frau sucht Traumatherapeutin ausgelegt.

Dann bleibt pro Stadt selten mehr als  2- 10 Leute übrig.....    Du musst mit der Person halt auch klarkommen. Die beste Qualifikation bringt nix, wenn Du mit jemandem nicht zusammenpasst.

Das kann jederzeit passieren oder erst in  5 oder 10 Jahren.

Es ist wie bei der Titanic, Frauen und Kinder ins Rettungsboot und Männer dürfen absaufen.


Ja, es sind nicht viele Therapeuten zu finden, und wenn ich dann bei den 2 - 10 Therapeuten die infrage kommen, dann auch noch darauf achten muss, dass ich gut mit denen kann, dann wird es wohl erst recht sehr eng und es kann passieren, dass ich da mit keinen klarkommen kann. Wenn man das Glück hat, einen Therapeuten zu finden der echt, was drauf hat, dann sollte man wohl zugreifen und da dann nicht so kleinlich sein, nur weil man den nicht so sehr mag. Es ist schon klar, das man mit einem Therapeuten im Idealfall auch gut klarkommen sollte aber wenn ich darauf auch noch Rücksicht nehmen muss, dann wird es sehr schwer da einen zu finden, also muss ich da irgendwie auch Abstriche in kauf nehmen, auch wenn es nicht gut ist.



Hm, ich bin jetzt 54 Jahre alt und ich frage mich, ob es überhaupt Sinn macht, wenn ich erst in 5 bis 10 Jahren einen Therapeuten finden kann. Wenn ich dann noch daran denke, dass so eine Therapie dann auch noch einige Jahre dauert, dann kann ich froh sein, wenn ich mit 70 fertig bin, da sehe ich keinen besonderen Nutzen drin. Wahrscheinlich denken auch Therapeuten so und wollen einen nicht so gern therapieren, weil es bei jüngeren Menschen mehr Sinn macht ihnen zu helfen, als bei einem Menschen, der dann vielleicht kurz nach dem es ihm besser geht, verstirbt. 

Kann gut sein, dass ich da falsch denke, aber genau so sind meine Gedanken und irgendwie schaffe ich es nicht, mein Denken zu ändern. Vielleicht wäre es am besten für mich, wenn ich einfach lerne, mit den anderen Anteilen gut leben zu können, sie zuzulassen und ein gutes Co - Bewusstsein zu haben. Ich lebe jetzt schon so lange damit und komme damit irgendwie klar, auch wenn es oft nicht gut ist. Ich hatte es schon mal geschafft, mit den anderen Anteilen gut klarzukommen, wir hatten den Alltag gut schaffen können und ich fühlte mich damit wirklich gut. Dass ich dass jetzt gerade nicht mehr schaffen kann, liegt daran, dass ich oft schon erlebt habe, dass Freunde da nicht mit umgehen können, wenn andere Anteile vorn sind und ich mich in ihren Augen seltsam verhalte, da wurde mir dann auch schon gesagt, dass ich sie wohl verarschen möchte. Das hat dann immer wieder dazu geführt, dass ich zu mache und alles was ich erreicht habe zerstört.
[Bild: Seelenwanderer-2-04.png]
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#21
Das mit dem Problem "Traumapatientin sucht Traumatherapeutin" kenn' ich nur zu gut und ich hab' da manche verbitterte und bitterböse Mail geschrieben an Therapeutinnen, an MVZs, an Kliniken, an die GKV.

Ich wollte auch immer einen Mann als Ansprechpartner und hab' damit wirklich was losgetreten. Meine Gegenreaktion war immer: Was bitteschön ist denn mit den ganzen männlichen Betroffenen von Gewalt und Unfallen und Katastrophen usw.?

Ich kann mich gut erinnern, als ich in einer der bekannten Traumahochburgen angefragt habe und dann einen Anruf von einer netten Therapeutin bekam und die dann gemeint hat: "Sie hatten ja in der Mail an uns geschrieben, dass Sie unbedingt einen Therapeuten möchten und keine Therapeutinnen...... ". Dann kam eine kurze Verschnaufpause und dann hat sie geknickt und halb verzweifelt gemeint: "Hier arbeiten aber nur Frauen.".

Das ist immer wieder. Ein Elend. Es gibt zwar viele Männer, die durch Männer traumatisiert sind und dann auch lieber mit einer Therapeutin reden wollen. Aber das ist nun mal nicht bei jedem so.

Ich hatte noch kurz bevor ich bei der neuen Adresse war, einen netten jungen Therapeuten gefunden, der mich wohl genommen hätte. Aber er wurde dann krank und es konnte nicht weitergehen. Zu dem bin ich hin und hab' dann gesagt, dass ich einen  Traumatherapeuten suche. Er hat das dann kapiert und hat ganz irritiert und lächelnd und überrascht gefragt:"Sie sind Traumapatientin und wollen einen Mann als Therapeuten und keine Frau?!?". Dann hab' ich zu ihm gesagt: "Ja, ganz genau das will ich und bloß keine Frau!!". Damit schockt man sie alle und sie wollen alle dann wissen, warum denn keine Frau... Können sie nicht fassen.

Und ich stelle mir das bei den Traumapatienten genauso vor, die suchen vielleicht auch einen Mann, der sie versteht und sehen sich dann einem Heer altbackener Traumatherapeutinnen gegenüber. Das kann ja keinen Spaß machen.

Ich würde es nicht so sehen, dass man sich den worst case ausmalen sollte:

Gehen wir mal davon aus, dass  Du/Ihr ab heute fleißig Skills macht und Meditation übt, viel Spazieren geht und und und, was man halt selbst machen kann. Vielleicht Neurofeedback und ihr geht in eine gute DBT-Schematherapieklinik, die auch Trauma ein wenig kann. Dann bist Du selbst ohne ambulante Traumatherapie in einem Jahr sicher weitaus stabiler als jetzt. Und je stabiler man ist, desto einfacher wird's mit einer ambulanten  Traumatherapie. Je verletzlicher und instabiler Du bist, desto größer sind die Schwierigkeiten, sich mit einem  Therapeuten anzufreunden.

Das ist immer alles ein Wechselspiel. Und zum Teil muss man sich die Leute, die man braucht, erst ziehen. In ein oder zwei Jahren ist dann möglicherweise einer Traumatherapeut geworden, weil Du es ihm heute vermittelt hast, dass er eine Traumaweiterbildung braucht. Auch das kann passieren. Von nix kommt nix. Nicht jeder wird sich dann drum kümmern, wenn  Du es vorgeben tust, aber der ein eoder andere macht vielleicht was in der Richtung und dann gibt's wieder einen mehr in dieser Stadt.

Das mit den Freunden und Wechseln ist leider so. Deshalb sag' ich auch, dass man sich kümmern muss mit Skills und dem Zeug, dass man insgesamt mehr Kontrolle kriegt.

Es ist gemein und ungerecht, denn man kann nix dafür, dass in einem alles drüber und drunter geht. Aber für die Menschen, die mit eihem zu tun haben, die nicht krank sind, ist es ein Nogo, wenn heute dies oder jenes gesagt wird und am nächsten Tag was Anderes. Klar fühlen sich die verarscht und es macht ihnen Angst, also kappen sie den Kontakt.

Da hilft nur, selbst an Kontrolle dazu gewinnen, gute Kooperation anstreben und auch den Leuten reinen  Wein einschenken, womit sie es zu tun haben. Ob's dann jemand damit aushält, ist die nächste Frage.

Meine Erfahrung ist: Je kränker man ist, je ungestümer die Seele ist, desto mehr ist man allein.

Ein großes Problem ist, dass DIS-Menschen aufgrund ihrer Erkrankung sehr unzuverlässig ist und das mögen andere Menschen gar nicht.

Deshalb ist das mit dem Co-Bewusstsein und mit den Absprachen eine sehr wichtige Sache. Ohne eine gewisse Kontrolle wird ein Leben wie es andere Menschen haben, nicht möglich sein. Beziehungen gehen nur, wenn 'ne gewisse Stabilität da ist, denn alles Andere halten andere Menschen nicht aus.

Es ist bitter, aber je kränker, desto einsamer ist man.

Ich hab' gelernt, für mich selbst zu sorgen. Und ich denke heute: Lieber manchmal allein als im Kampf mit anderen Menschen, die mich nicht verstehen. je mehr ich für mich selbst gesorgt habe, desto zuverlässiger und belastbarer wurde ich wieder und dann bleiben die Menschen auch irgendwann wieder, statt abzuhauen. Auf mich ist inzwischen wieder Verlass und dementsprechend ist man dann auch bei anderen Menschen als Beziehungspartner geschätzt.

Von daher: Eine DIS-Therapie ist auch wenn man  älter wird, noch eine lohnende Sache. Das muss man - glaube ich - sehr anders sehen als Du es momentan siehst.

Wichtig ist eigentlich, dass es eine gute therapeutische Beziehung gibt und dass der sich mit komplexen Traumta auskennt und die Grundlagen von moderner Traumatherapie kennt. Dann sollte es klappen.

Mein neuer Thera ist jetzt auch nicht der absolute Traumaexperte. Traumatherapeut ja und hat auch so viel drauf, aber es ist nicht eine internationale Traumatherapie-Größe. Trotzdem kann er viel, ist sehr lieb und will wirklich helfen. Das sind gute Voraussetzungen. Zwar keine perfekten, aber schon ganz gut.

GlG

GGG
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