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Identität - Gedankenaustausch
#1
Hallo :)

habt ihr euch einst mit dem Thema "Identität" beschäftigt?



Was ist "Identität" für euch? Woraus besteht diese?
Es heißt "Identitätsstörung". Wenn jedoch selbst "Fachleute" sogar zweifeln, dass es ein "stabiles Ich" überhaupt gibt, wenn sie behaupten, das "Ich" sei lediglich ein Konstrukt, weswegen darf es dann nicht mehrere "Ich's" in einem Menschen geben? ......
[-] Die folgenden 1 Benutzer sagen Danke an Winni für diesen Beitrag:
  • KTT (26-05-2020)
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#2
Hallo Winnie

Vielleicht liegt deine Antwort in einer anderen Fragestellung. Sag mir wenn ich falsch liege, aber dir missfällt die Bezeichnung "Identitätsstörung" oder auch vielleicht nur das Schubladen-denken was jene haben, die davon reden.
Vielleicht wäre es dann besser jenes Wort Störung wegzulassen und es durch ein besseres Wort zu ersetzen, wie z. B. Struktur.
Desweiteren versuchen sie wie du ja schon bemerkt hast, sich selbst nur zu erklären wie Menschen damit "leben", überleben und funktionieren können. Sie stecken noch in den Kinderschuhe was all diese Themen betrifft, stellen sich aber hin als wären sie die hellen Köpfchen und warum, weil sie vielleicht viele Anfragen haben und darauf antworten parat haben müssen und wollen und somit geht man Kompromisse ein die man nach und nach dann weiter relativieren kann und so werden nicht selten Patienten mit etlichen Diagnosen versehen, bis sie die richtige haben, der sie sich auch zugehörig fühlen. Meistens könnten sie es bestimmt selbst herausfinden und bräuchten nur ein wenig beistand, doch sie vertrauen darauf, auch weil doch viele wieder so verunsichert sind, das sie den Ärzten und den Fachleuten alles glauben was sie sagen und so kommt es dann dazu, das die wenigen die es selbst machen und sich wenig bis gar nicht an die Ärzte wenden, misstrauisch beäugt werden und mitunter lange auch selbst mit dem zum kämpfen haben, nur weil sie nicht über die geissen Diagnosen verfügen.
Und seien wir doch mal ehrlich, eine Diagnose beschreibt ja auch nur ein grobes Bild einer Krankheit. Die Genauigkeit liegt sowieso im Individualismus begraben und der ist so weit gefächert wie es Menschen gibt.

Ich weiß, das wir ein Wir sind, ich erlebe es seit frühester Kindheit so und selbst als ich versucht habe, sie wegzusperren kamen sie wieder und so habe ich mich damit abgefunden, habe einen Neu-Anfang gestartet und habe damit keinerlei Probleme mehr. Ob man es mir glaubt oder nicht. Weil im Grunde muss ich damit klarkommen, sonst keiner.

In dem Sinne viel Spass noch hier und bis wie uns wiederlesen!

LG
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#3
Hi Winni
also das wird hier wahrscheinlich ein bisschen durcheinander, weil eigentlich bin ich vorne, Aimee ^_^ aber Kate findet das Thema sehr spannend und quasselt die ganze Zeit dazwischen, also dafür schon mal Entschuldigung im vorraus.
Also bevor wir wussten oder gemerkt haben das wir Viele sind hatten wir ganz viele Probleme was dieses Identitätsgefühl betrifft, was ja eigentlich logisch ist, weil mal waren wir so und dann wieder so und dann hat eine von uns halt, ach ihr wisst schon was wir meinen, jedenfalls sind wir zum Teil recht widersprüchlich in unserem Verhalten und wenn man versucht dieses dann in einem einzigem Ich Konstrukt unterzubringen führt das wohl unweigerlich zu Konfusionen.
Ein einheitliches Ich Gefühl ist für uns nicht zu erreichen da wir eben nicht einheitlich sind, jede für sich hat inzwischen ein recht stabiles Ich Gefühl, was natürlich den normalen Schwankungen durch Stimmung und auch der völlig normalen Entwicklung durch Leben unterliegt. Ein konstantes Ich Gefühl ist nichts starres, Leben heißt sich entwickeln und so unterliegt mMn auch ein normales Ich Gefühl ständiger Entwicklung, Entwicklung ist erwünscht und Stagnation in der eigenen Ich Entwicklung ist normalerweise nur etwas vorübergehendes, denn jede Erfahrung die wir machen verändert uns.
Wir haben jede für uns ihr eigenes Ich Gefühl das eben diesen Entwicklungen die auch in normalen Menschen stattfinden unterliegen.
Natürlich kommt uns gelegentlich Despersonalisierung in den Weg, so das das Ich Gefühl in solchen Momenten stark gestört ist, dies ist jedoch nur ein Symptom der Störung und tritt nur vorübergehend auf, das ist halt dann immer sehr verwirrend und nicht schön, es fühlt sich komisch an, aber es geht vorbei und danach findet man sich dann selbst wieder und das Ich Gefühl stellt sich wieder ein, stabilisiert sich wieder.
Hmm zu dem Begriff Identitätsstörung, na ja also ich denke die Identität von jeder einzelnen von uns ist nicht an sich gestört, es ist wohl einfach nur gestört das man mehr als ein Ich Gefühl in einem Körper hat und die Identität der Person als ganzes somit kein Ich sondern ein Wir ist.
Die Wir Identität ist dabei wohl das übergeordnete Thema, wie das System sich als ganzes wahr nimmt, aber daran arbeiten wir noch, während wir innerhalb der Gruppe von uns die häufig im Vorne sind bereits sehr gute Kommunikation haben und auch ein gewisses Wir Gefühl entwickeln, haben wir zu anderen Anteilen noch wenig oder fast gar keinen Kontakt, so das unser Wir Konzept als Ganzes noch hmm ?unvollständig? ist.
Hmm ich denke das wars erstmal.
Liebe Grüße Aimee und Kate.
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#4
(24.05.2020, 13:49)windspiel schrieb: Also bevor wir wussten oder gemerkt haben das wir Viele sind hatten wir ganz viele Probleme was dieses Identitätsgefühl betrifft, was ja eigentlich logisch ist, weil mal waren wir so und dann wieder so und dann hat eine von uns halt, ach ihr wisst schon was wir meinen, jedenfalls sind wir zum Teil recht widersprüchlich in unserem Verhalten und wenn man versucht dieses dann in einem einzigem Ich Konstrukt unterzubringen führt das wohl unweigerlich zu Konfusionen.
Genau so läuft das bei mir noch. 
Ich bin zwar irgendwie ich, also vom Kopf her weiß ich das, aber dann auch wieder nicht, weil Kopf und Gefühl eben nicht immer überein stimmen. Mal ist das mit den Anteilen alles Sonnenklar, weil ich gut in Kontakt bin und dann ist das so weit weg und ich bekomme keinen Kontakt, dass ich das Ganze wieder anzweifle.
Finde es schwierig so ein Ich Gefühl oder "Identität" zu benennen, wenn es sich oft einfach anders anfühlt.
Ich weiß, dass ich ich bin, weil ich keine Amnesien habe, allerdings fühlt es sich eben oft "fremdgesteuert" an.
Oh man ist das kompliziert zu beschreiben was ich meine, sorry
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  • windspiel (24-05-2020)
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#5
Hi Ulli,
wir verstehen sehr gut was du meinst, und das ist echt fast unmöglich zu erklären, denn sobald man es erklären will hört es sich völlig unlogisch und widersprüchlich an, was es ja auch ist irgendwie.
Naja Amnesien haben wir schon, aber wir haben lange gebraucht das überhaupt einzusehen, weil die uns halt kaum auffallen. Wir dachten früher immer wir DIS niemals, da muss man ja Amnesie haben und dachten dann halt an völlige Blackouts, so richtige komplett Blackouts haben wir soweit ich weiß noch nie gehabt. Wir sind noch nie plötzlich irgendwo gewesen und wussten nicht mehr wie wir dahin gekommen sind, es ist eher so das man halt da ist und irgendwie weiß wie man dahin gekommen ist aber es fühlt sich seltsam unwirklich an, und man hat halt keine Ahnung wieso man überhaupt dort ist, man weiß wie aber nicht wieso, man weiß was passiert ist aber Details fehlen und die Erinnerungen sind seltsam anders als welche die wirklich von einem selbst sind. Oh weh das hört sich jetzt auch wieder völlig unlogisch an, naja.
Liebe Grüße Aimee und ein bisschen Kate *g*
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#6
Hallo Winni und Alle, die hier schon geschrieben haben,

ich finde, das ist tatsächlich eine interessante Frage, auf die es zumindest für uns im Augenblick keine zufriedenstellende Antwort gibt. Ich würde mal behaupten, dass ich ein "ich" bin, aber andere unseres Alltagsteams bezeichnen sich als "wir". Aber ob es für ein "ich"-Gefühl reicht, das die Identität definiert, weiß ich nicht. Jedoch muss man sich meiner Meinung nach für ein wirkliches "ich-Gefühl", also für ein Bewusstsein um seine Identität, auf eine Metaebene begeben und das gelingt auch mir tatsächlich nicht, weil ich dann auch aussteige. Also doch kein wirkliches "ich"? 
Immer wenn ich nun "ich" sage, bekomme ich gesagt, dass ich ein "wir"-Gefühl entwickeln muss, damit wir zusammenarbeiten können. Allerdings habe ich nicht das Gefühl, dass wir deswegen schlechter zusammenarbeiten weil ich "ich" bin und die anderen "wir". Ich bin eine von zweien, die sich von allem anderen komplett abschotten können. Was, nehme ich an, einen Grund hat. Aber jeder bekommt seine Zeit. Also hat doch jeder ein "ich" und das trotz "wir"? Und wenn diese "Ichs" sich einigermaßen vernünftig einen Organismus teilen können, warum nicht? Wer hat das Recht zu sagen, dass es das nicht geben darf? Diese sogenannten Fachleute haben manchmal recht eigenartige Vorstellung von uns, habe ich schon festgestellt. Sie geben vor, was wir zu sein haben und wie wir zu sein haben. Das, und jetzt sage ich absichtlich "wir", weil es so ist, lehnen wir inzwischen nachdrücklich ab! Wir lassen uns in kein Schema mehr pressen, nur weil es demjenigen gerade in den Kram und zu seinem derzeitigen Wissensstand passt. Gerade heute hatte ich erst wieder diesen Fall in dem ich so einem "Fachmann" eine klare Grenze setzen musste. Wir haben uns emanzipiert von den Vorstellungen der Fachwelt, wenn man es so ausdrücken mag. 

Jetzt wo ich mir das so durchlese, klingt es irgendwie durcheinander und ich könnte verstehen, wenn das keiner nachvollziehen kann. Als ich es geschrieben habe, fand ich es irgendwie logisch. Ich hoffe, man kann es dennoch verstehen. Und um kurz darauf hinzuweisen, andere aus unseren Teams haben andere Meinungen dazu. 

Von dem Begriff "Identitätsstörung" halte ich persönlich nicht viel. Weil wir bzw. unsere Identität nicht gestört sind. Gestört waren/sind andere. Nämlich die, die uns mit dieser Struktur bestückt haben (@Maddox ich halte es wie du mit dem Begriff Struktur).

Wie gesagt, diesen Austausch finde ich sehr spannend und lehrreich. 

LG Silver+
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  • windspiel (25-05-2020)
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#7
Hallo Winni,

auch wenn dein Beitrag schon ein wenig her ist, hoffe ich dass dich das Thema noch beschäftigt und Antworten erwünscht sind.
Ich habe an der Uni mal ein Referat zum Thema Identität gehalten und das Thema hatte mich total gefesselt, und verwirrt. Also die Historie, was man früher gedacht hat, was Identität ist (Man wird mit ihr geboren und sie muss wie eine Pflanze sich richtig entfalten, bis sie irgendwann nach vorgefertigtem Bauplan fertig ist). Und dann die Entwicklung dazu, was man mittlerweile denkt, wie komplex das ganze ist und wie sehr "die Identität" Prozessen, Entwicklungen und so weiter unterworfen ist. Schon damals (und da kannte ich den Begriff der DIS noch lange nicht und hatte auch null Ahnung davon) dachte ich, dass man eigentlich nicht von der einen Identität sondern von mehreren Identitäten sprechen müsste. Ich weiß nicht mehr, nach welchem Wissenschaftler ich das Identitäsmodell vorgestellt hatte, nur noch, dass es eigentlich um Folgendes ging (frei nach meiner eigenen Auffassung):
Ein Mensch wird geboren, er entwickelt sein Ich mit fotschreitendem ALter immer weiter aus, entwickelt eigentlich sogar mehrere Identitäten - eine für die Schule, eine für die Clique, eine für die Eltern, eine für die Beziehung. Dazu kommt noch die "Identität" die einem das Umfeld rückmeldet - und irgendwie soll das ganze durch Reflektieren etc sich in eine einzige Identität verschmelzen, die aber ständiger Veränderung unterliegt. PUH! "Die Identität" als etwas festes, stehendes gibt es also gar nicht.
Damals dachte ich dann so: ok, das erklärt warum ich einerseits mit meiner Streberclique super klar komme, andererseits auch super zu meiner Punkclique passe (mal ganz plakativ), etc. Allerdings konnten die beiden Teilidentitäten, die mit den Gruppen zusammen unterwegs waren für mich nie zusammengeführt werden. Rückblickend dann wohl: ok, ein Teil von mir war dort, ein anderer Teil von mir dort.

Und ich verstehe deine Frage, wieso es nicht mehrere ICHs in einem Körper geben darf. Denn irgendwie---- genau so habe ich das Ganze immer verstanden. Und seit ich meine DIS Diagnose bekommen habe, muss ich immer wieder an dieses Referat denken und an das, was ich dazu alles gelernt habe. Ich meine - irgendwie ist es doch genau das gleiche - und dort heißt es das sei normal. Okay, gerne lasse ich dabei unter den Tisch fallen, dass bei anderen Menschen anscheinend die Identitäten nicht dermaßen getrennt sind, dass die andere nix von der einen weiß, bzw was die gemacht hat (welcher normale Mensch macht sich schon Gedanken, ob jetzt Identität A bei Eltern ne andere ist als Identität B bei Freunden???). Über sowas redet man normalerweise nicht, und somit hat für mich dieses Identitätsmodell absolut gepasst. Und es hat alles auch für mich gepasst. Und jetzt plötzlich soll es das laut Definition nicht mehr - und soll doch irgendwie das gleiche sein nur mit einer "Spaltung", die mein Gehirn gebraucht hat, um mein Leben zu überleben. Ich denke, ich drehe mich mit meinem Geschreibsel bald im Kreis, doch dieses Thema beschäftigt mich, seit meine Therapeutin meinte "Ich glaube, Sie sind nicht allein in ihrem System. Sie sind Viele. Sie haben eine Dissoziative Identitätsstruktur" Oh, und ich danke meiner Therapeutin, dass sie das Ganze als eine Struktur bezeichnet und nicht als eine Störung. Sie sagt, das sei keine Krankheit oder etwas Falsches (was das Wort Störung ja impliziert), das sei eine Struktur, die mir geholfen hat zu überleben. Und im Endeffekt ist es doch genau das, eine Struktur. So bin ich im Inneren aufgebaut, das ist meine Struktur. Ich bin keine Störung. Als ich den Begriff gegoogelt habe, tauchten natürlich Treffer mit der Bezeichnung "Störung" auf und das fand und finde ich immer noch unpassend. Zwar stört es mich manchmal, aber... ;)


Du fragst noch, woraus Identität besteht... Ist Identität nicht im Endeffekt die Summe unserer Erfahrungen, Erlebnisse und Gedanken? Also mal ganz grob betrachtet. Identität soll das sein, was uns ausmacht. Wodurch wir anderen Menschen gleichen, wodurch wir uns von ihnen abheben. Das warum nicht alle Menschen genau gleich sind, sondern jeder Mensch ein Individuum. Und genau das ist es doch, was man in meinen Augen mit Worten nicht ausdrücken kann. Und wenn man das Ganze nun so ganz einfach betrachtet: da kann es eine Störung nicht geben, weil eine Identität nicht festgelegt sein kann. Im Übrigen habe ich noch in keiner wissenschaftlichen Abhandlung gelesen, dass Identität an einen Körper gekoppelt sei. Warum soll es also nicht mehrere Identitäten in einem Körper geben? Somit müsste man so eine Tatsache nicht als "unnormal" ansehen... Und dann wirft sich aber die Frage auf: gibt es Körper ohne Identität? Wozu gehört die Identität? Zum Geist/zur Seele/ oder wie auch immer man es nennen mag?
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