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Neurofeedback - Wirkung
#1
Ich hab' inzwischen 20 Stunden Neurofeedback gemacht. Mein Hausarzt war auch so nett, beim zweiten Rezept längere Behandlungszeiten zu verordnen. Das hat mich sehr gefreut, weil ich gerne "länger" trainiere.

Sobald es geht, werde ich weitermachen.

Für den Tinnitus hat's mir bisher noch nicht soviel gebracht, aber da werde ich sehen, ob im Laufe der Zeit in Kombination mit anderen Therapiemethoden doch noch was geht. Da ist noch nicht alles versucht worden und ich habe die Hoffnung, dass das Gehirn den Ton doch noch irgendwie rausfiltern kann. Ich werde wohl Tinnitracks versuchen und vielleicht kriege ich den Ton da noch leiser und dann packt das Neurofeedback dann noch den Rest?

Aber das Neurofeedback hat sich jetzt schon ausgezahlt, denn das Gehirn ist stabiler, die Affekte sind weniger heftig und die PTBS-Symptome sind auch reduziert.

Als mir kein Therapeut helfen wollte und mein alter Traumatherapeut uns zerstritten hatten und er mich einfach quasi todkrank rausgeworfen hat, weil's ihm zuviel wurde und andere Dinge schief liefen, hab' ich mich mit Tavor selbst ruhig gestellt. Das war der erste Schub für's Gehirn, was ich drauf gehauen habe. Das kann natürlich nicht die erste Wahl sein und bei vielen Menschen wird das wegen dem Suchtpotential nicht gut gehen. Außerdem ist Tavor eine Droge und macht grundsätzlich auch das Gehirn kaputt, hängt allerdings schon auch davon ab, wie lange und wie hoch dosiert das genommen wird. Auf alle Fälle hab' ich meine Angst- und Gefühlszentren damit wohl mal "geschrumpft" und wer weiß, was noch alles im Gehirn? Keine absolut empfehlenswerte Methode, aber in der Not frißt der Teufel Fliegen.

Das ging dann so zwei Jahre, dann kam der Tinnitus dazu, dann irgendwann das Neurofeedback. Durch das Neurofeedback konnte ich beim Tavor immer weiter reduzieren, weil das Gehirn stabiler wurde.

Ich glaube, es führen viele Wege nach Rom und so ist es auch bei der Traumatisierung. Therapiesuche und Therapiemarathon ist oft auch was, was zuviel im Gehirn hochholt und einen überlastet, bis man die Therapie von der Therapie bräuchte und die nicht mal mehr aushalten würde.

Das Neurofeedback ist fast nahezu triggerfrei. Einfach nur vorm PC sitzen, angestöpselt werden, das  Computerprogramm trainiert das Unterbewusstsein. Ist wie Computerspielen.

Letzten Termin wechselt wir dann vom PC weg, blieben angestöpselt und haben dann den Transfer trainiert. Wir bekamen eine Aufgabe, typisches Training in Ergotherapie: Man bekommt eine Art Spiel, auf dem verschiedene Türmchen auf einer Basis aufgebaut sind, bekommt dann verschiedene Bauelemente, die man da einbauen kann und muss dann sozusagen einen Weg von einem Turm zum anderen Bauen.  Das steigert sich im Schwierigkeitsgrad und es ist halt ein kognitives Training, wo auch Problemlösefähigkeiten trainiert werden, Frustrationstoleranz, Konzentration, Motorik usw... Der Ergotherapeut betreut das Ganze, schaut auf die EEG-Ableitungen, schaut sich die Gehirnströme an..... Die Ergotherapeuten machen halt solche Dinge wie Basteln, das Gehirn hat kleine Erfolgserlebnisse und über solche Dinge bauen sie die Patienten langsam auf, dass der Alltag wieder besser klappt.

Die Traumatherapie bzw. Psychotherapie ist immer das, worüber alle reden, wo alle alle Hoffnung drauf setzen, daneben werden aber andere Behandlungsformen übersehen.

Ich habe das Glück, dass  ich hier von Neurofeedback-Therapeuten umzingelt sind, die teilweise wirklich nicht mal ausgelastet sind und für Patienten dankbar wären, die gute Arbeit machen, und hier kennt kaum ein Arzt das Neurofeedback. Ohne den Tinnitus wäre ich da nie drauf gekommen.

Im Zi in Mannheim machen die das auch bei PTBS- und Borderline-Patienten.

Normalerweise kann  man das Neurofeedback nur in der Praxis beim Neurofeedback-Therapeuten oder in einer Klinik machen. Privatpersonen können das Neurofeedback-System nicht einfach kaufen. Aber es soll in Einzelfällen auch möglich sein, über einen Neurofeedback-Therapeuten das System für das Hometraining zu leihen oder zu kaufen. Das steht auf der HP vom Anbieter. Auch das wird sein Geld kostet, aber wenn man  Geld hat, dann kann man es für seine Gesundheit ausgeben, finde ich. Man kauft auch sonst oft alles Mögliche, was man gar nicht wirklich braucht.

Ich sage mittlerweile gewissen eingebildeten Therapeuten, dass sie sich ihre Psychotherapie an den Hut stecken können, wenn's mir danach ist und halte ihnen dann gerne vor, was man - wenn man sich auskennt - so alles alternativ an Land ziehen kann. Dann werden sie ziemlich still und so klein mit Hut. Das ist aber richtig so. Man muss denen z.T. schon mal die Leviten lesen und ihnen ihre Starallüren abgewöhnen. Das kann man freilich nicht, wenn man nicht in der Situation ist, dass man Alternativen nennen kann. Ich hatte das Glück, das zu haben und hab' manchen Therapeuten ordentlich den Marsch geblasen, damit sie mal aufwachen und zukünftige Patienten nicht so übel abgefertigt werden können, wie es bisher lief.

Ich sorge für Druck und Konkurrenzsituation bei Therapeuten und den kriegen sie mittlerweile und den spüren sie bald. Die Zeiten, wo Therapeuten machen konnten, was sie wollten, ohne jede Überprüfung und mit Quasi-Narenfreiheit werden sich dem Ende neigen. Die weren sich noch umgucken.

Es werden immer mehr Patienten, die Qualitätssicherung in der ambulanten Therapie fordern, da ist man auch dran.

Es wird noch lange dauern, aber es wird kommen, dass man denen mehr auf die Finger sieht.

Ich hab' vor ein paar Jahren die Schematherapie in deutschsprachigen Foren zum Thema gemacht. Das hat die Nachfrage an dieser Therapieform auch angekurbelt. Natürlich gab's auch in der Fachszene diesen Trend. Aber ich glaube kaum, dass sich die Schematherapie so schnell in  Deutschland ausgebreitet hätte, wenn ich es nicht in deutsche Foren gebracht hätte. Ich hatte den Tipp von meinem damaligen Traumatherapeuten. Damals kannte fast keiner Schematherapie oder Schematherapie-Kliniken. Heute ist das einer der großen Trends.

Wenn wir Patienten Dinge nachfragen und bei den Krankenkassen anregen, dann kommt das in den meisten Fällen, erst recht, wenn's Studien gibt, die die Wirksamkeit und stabil bleibende Behandlungserfolge nachweisen.  Die Krankenkassen wollen Gelder sparen, auch der Staat. Die sind froh, wenn sie auf gute Behandlungsmöglichkeiten gebracht werden.

Meine neue Krankenkasse bietet Online-Psychotherapie an. Zwar unter nicht sonderlich netten Bedingungen, sicher noch nicht für die breite Masse verfügbar, aber immerhin ein Pilotprojekt. Recht modern, von DBT bis Schematherapie können diese Therapeuten in diesem Behandlungsteam alles. Nur Traumatherapie ist nicht möglich, aber warum soll das nicht irgendwann auch kommen, dass zumindest ein Teil der Therapie über Skype gemacht wird  und man nur noch alle 4 Wochen einen Termin direkt beim Therapeuten macht. Für Leute, die Kinder betreuen müssen, die pflegen müssen, die nicht mobil sind oder kein Geld für die  Fahrtkosten haben, ist es ideal.

Ich denke, dass wir sowas kriegen werden bzw. sie sind auch dran, dass sie kapiert haben, dass die ländliche Bevölkerung total unterversorgt ist und dass aufgrund langer Fahrtwege zur Therapie Therapien nicht möglich sind.

Wichtig ist aber echt:

Beschwerden einreichen, was läuft falsch, was wird gebraucht. An die richtigen Ansprechpartner schreiben. Aber wenn ihr das nicht gepackt hat, kriegt ihr in der Regel eine Antwort und da steht dann drin:

"Für die Frage.... sind wir nicht zuständig. Zuständig für diese Themenbereiche ist das Ministerium x oder der Verband y oder die Kammer z. Dann könnt ihr die gleiche Beschwerde oder Teile davon einfach kopieren und an die zuständige Stelle schicken.

Ich bin überzeugt davon, dass viele Therapieschäden verhindert worden wären, wenn sich die früheren Therapiepatienten wirklich zu Wort gemeldet hätten. Auch sollte man gegen Ablehnungsbescheide von Krankenkassen immer in Widerspruch gehen und Klage erheben. Die ganze Therapieszene braucht Druck. Ärzte/Therapeuten, die falsch behandelt haben, rigeros verklagen. Oft haben die schon die Aufklärungspflichten verletzt oder keine ordentliche Dokumentation gemacht oder 'ne falsche Indikation gestellt... Zur Krankenkasse damit gehen und schauen, wo man die treffen kann und wenn man am Ende nur auf einem Vergleich rauskommt, kann's Geld geben und der Schlecht-Behanlder kriegt mal ordentlich Stress und es ist Warnung für andere Therapeuten und Ärzte genug, endlich bessere Arbeit zu machen.

Ich will hier gar nicht erzählen, was bei meiner neuen Klinik alles an  Qualitätssicherungsmethoden betrieben wird. Das ist vorbildlich und in Zukunft wird sich die Zunft an solchen Leuten messen lassen müssen.

Auch wenn's oft so aussieht, als täte sich nix: Es tut sich was, es geht verdammt langsam, aber die Psy-Medizin erlebt einen Wandel.

Vor zehn Jahren hat man drüber diskutiert, ob's DIS gibt. Darüber diskutiert heute kein Profi mehr, der auf'm aktuellen Stand ist.

Diese Erkankungen werden Anerkennung finden und noch ganz anders ernstgenommen werden als heute und es wird sich verändern, wie man das behandelt.

Ich bin nicht mal sicher, ob man nicht irgendwann Patienten nach akuter Traumatisierung nicht einfach ins künstliche Koma schickt. Bei Brandverletzten macht man das heute, früher hat man das nicht gemacht.

Man lernt im Bereich Neuro und Psycho dazu und die modernen Therapien werden alle neuropsychologische sein und keine klassischen Gesprächstherapien wie früher.

Ich weiß grade nicht, ob man hier was verlinken darf, hab' die Regeln noch nicht gelesen. (Peinlich).

Ich lass' mal lieber.

Natürlich kommt das Neurofeedback aus den Staaten und es gibt mehrere Systeme und Anbieter, auch in den verschienden Ländern.

Es gibt auf  You.tube ein Werbevideo für Myndlift. Es nennt sich Myndlift Esplained und ist ein kleiner Animationsfilm in Englisch, wo eigentlich auf nette Weise und für Kinder gemacht, das Neurofeedback erklärt wird. Ich finde das super für innere Kinder, um die auf das Neurofeedback einzustimmen.

Neurofeedback wurde meines Wissens nach für ADHS-Kinder gestaltet und dann auch auf andere Bereich angewandt.
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#2
Hab' meinem neuen Traumatherapeut heute erzählt, dass ich die ganze Zeit Neurofeedback gemacht habe. Das hat ihn als Neuropsychologe sehr interessiert. Das gibt's bisher auch an Kliniken recht selten und dass man es ambulant machen kann, erfuhr ich erst im Rahmen meiner Tinnitus-Erkrankung.

Er wird sich mit meinem Ergotherapeuten in Verbindung setzen, um sich auszutauschen. Er wollte alles genau wissen, ob ich wüsste, welche Gehirnströme gemessen wurden. Das wusste ich nicht (mehr). Er hat mich gefragt, wo sie am Kopf angestöpselt haben und ich hab's ihm gezeigt. Er hat mich dann gefragt, ob's ein normales Ergotherapie-Rezept ist und wie's mit den Kosten aussieht. Hab' ihm dann alles gesagt, dass es alles kein Problem ist. Er kennt das und kennt sich auch damit gut aus. Allerdings ist es wohl für die meisten Ärzte völliges Neuland, dass das da draußen ambulant so einfach zu kriegen. Er freut sich richtig, mit dem Ergotherapeuten in Kontakt zu gehen. Das wird gut, wenn die zwei aufeinandertreffen. Mein Ergotherapeut ist ein feiner Kerl, der's wirklich drauf hat. Dann können sie sich dann auslassen über Alpha, Beta, Gamma und Tetra und was weiß ich noch, was es noch gibt...... Es wird ja eh alles im System abgespeichert. Der Ergotherapeut kann alles abrufen und mit den ersten Terminen vergleichen. Wir sind definitiv digital unterwegs.... :-))

Wenn ich dran denke, mit was man vor 20 Jahren vollgelabert wurde, wenn man wegen psychischen Problemen wo hin gegangen ist.... Heute ist es oft noch so. Und dann geht man zu den Hirnprofis und zu modernen Ärzten und oft fühlt man sich mehr wie auf Raumschiff Enterprise als wie in einer Klinik oder in einer Praxis....

Früher hab' ich mal was von Neurofeedback gelesen, im Internet, Kurse, wie man lernen kann, die Gehirnströme zu lenken und in Beta, Gamma oder Tetra zu landen. Sowas war superteuer, bei Ärzten, die Neuropsychlogie-Weiterbildungen hatten und das als Privattherapeuten anbieten.

Das es das quasi zum Spottpreis bzw. wenn man eine Befreiung von der KK hat, sogar gratis gibt, direkt in der Nähe und das Ganze völlig unkompliziert, ist doch echt der Hammer. Hier kennt das kein  Arzt, kein Psychiater, auch die Kliniken nicht und die Ergos sitzen in den Praxen, kriegen keine Rezepte rein und schmieren wirtschaftlich ab, obwohl sie besser helfen können als viele andere im Medizinsystem.

Ja, hier werden bald mehr Leute Neurofeedback kriegen und die Patienten sind gut dran.

Meine vorhergehende Neurofeedback-Therapeutin ist jetzt in einer Reha-Klinik und der schicke ich immer neue Infos, wenn ich  was erfahre. Die gibt's dann an die Ergotherapie-Schulen weiter und irgendwann gibt's überall und für jeden einen guten Traumatherapeuten und eine umfassende Therapie mit allem, was hilft.

So, muss noch was hier erledigen, sitze schon so lange am PC und hab' keine Lust mehr, und bin noch nicht fertig mit meinem Zeug. Aber wenn man ins Forum geht, schreibt man doch wieder was und es wird nur später und nix fertig..... Ewige, leidige Prokastination....
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#3
Hallo GGG.

danke für deinen langen Bericht übers Neurofeedback. Hat sich in der Zwischenzeit dein Trauma bzw. dein Gehirn noch mehr stabilisiert und verbessert?
Heisst das, das durch die Stabilisierung/ Beruhigung des Gehirns die Ängste abnehmen? Hält es auch nachhaltig an?

VG
Apple
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