Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.

Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Schematherapie
#1
Schematherapie ist in Österreich meines Wissens nach als Traumatherapie zugelassen.

Ich hab' damals bei Herr Roediger in Frankfurt direkt nachgefragt, ob man eine DIS mit Schematherapie behandeln könne und er meinte, dass das geht.

Schön und gut soweit.

Ich persönlich bin von der Schematherapie ziemlich enttäuscht. Es gibt einige gute Elemente darin, die für Traumapatienten gut passen und für innere Kinder sehr schön sind. Das Rescripting und besonders die diagnostische Imagination sind sehr gut. Das sollte - so finde ich - echt jeder Traumatherapeut - egal, welche Richtung - beherrschen. Wenn EMDR nicht geht, dann  kann es nämlich sein, dass ein Schematherapie-Baustein funktioniert.

Für mich ist die Schematherapie eine kleine Traumatherapie, aber es fehlt zuviel, um damit die richtig großen Fälle zu behandeln.

Die ganzen Schemata machen einen wahnsinnig, dann die Modi.... Dann landet man in den Modi-Bearbeitungen.  Stühledialoge... Sehr schön und wer soll sich das alles merken und wie soll das gehen mit x Anteilen in einer DIS-Patientin? Das kann nicht funktionieren. Wenn man mit einzelnen Schematherapie-Bausteinen arbeitet, ok. Aber zuviel würde das Ganze total überfrachten und das könnte weder ein Therapeut, noch die Patientin noch sinnvoll händeln.

Ich denke, das beste Grundgerüst für komplexe PTBS und Kindheitstraumata ist immer noch die Ego-State-Therapie, angereichert mit jeder Menge traumafokusierter KVT und EMDR dazu. EMDR hat die zweithöchste Effektstärke bei den  Traumabearbeitungsverfahren. Nur die Konfrontation nach Foa hat noch mehr Effektstärke, dafür ist das aber auch wesentlich härter. IRRT finde ich übel, wie es gemacht wird. NET ist auch nicht wirklich besser und kaum verbreitet. Da Abspaltungen von Kindanteilen frühestens ab dem 2. Lebensjahr geht (Ausnahmen sind nur anzunehmen, wenn es klare Hinweise darauf gibt, also auf die Traumata und auf die Abspaltungen) bis höchstens 15./16. Lebensjahr.  Alle, die unter 2. Jahren Gewalt und  Vernachlässigung erfahren haben, werden mit EMDR da nicht weiterkommen, aber evtl. mit Hypnotherapie, mit Brainspotting, mit SE. Ich kenn' mich da nicht aus, aber weiß von Leuten, die in dem Bereich arbeiten und das so behandeln, scheinbar mit Erfolg. EFT geht auch noch, kenne aber auch nicht den genauen Anwendungsbereich davon. Kommt viel aus den USA. Ich sehe auch immer mal bei der Bundeswehr-HP, was sich denn in der Wehrmedizin so tut, was dort als Behandlungsverfahren aufgelistet ist.

Ob EMDR tatsächlich nicht lange anhaltend wirkt, kann ich derzeit nicht beantworten. Aber vorstellen kann ich mir das nicht, denn auch EMDR wird nun schon eine Weile gut erforscht und ich denke, das hätte sich rumgesprochen, wenn das EMDR langfristig seine Wirkung verlöre. Das kann ich mir auch nicht vorstellen, weil beim EMDR neue synaptische Verknüpfungen im Gehirn entstehen und ich wüsste keinen Grund, warum und wie die aus dem nichts wieder verschwinden sollten. Da hoffe ich mal, dass sich da irgendwann mehr dazu rauskriegen lässt, wieviel an der These von Anne Boos dran ist.

Schematherapie ist für mich jedenfalls ein Flop gewesen und ich denke, dass fast alle Schematherapeuten völlig überfordert wären mit richtigen Traumafällen, die komplex sind, wo's auch im Erwachsenenalter weiter ging und noch andauert. Da fällt man mit Schematherapie echt auf die Nase. Vor allen Dingen wissen die ganzen Schematherapeuten, abgesehen von einer Ausnahme, die ich getroffen habe, nix mit Traumapatienten anzufangen. Das ist wie wenn ein Hundtrainer plötzlich Gozilla abrichten soll. Das passt nicht zueinander. Das sind einfach verschiedene Dimensionen.

Schematherapie? Schöne Idee, gute Ansätze, aber leider nicht annähernd so gut, wie behauptet wird.  Bin schon sehr enttäuscht davon.

Finde es viel einfacher, mit jedem Anteil allein umzugehen und nicht mit diesen Schemata und den Modi rummachen zu müssen. Das ist total unpraktikabel und geht an der Sache vorbei.
Zitieren
#2
Ich schätze, das ist subjektiv was hilft. Das kann man nicht generalisieren. 
Mir hat Schematherapie weitergeholfen.

LG

N.
Zitieren
#3
Ich glaube, dass Schematherapie generell viel kann und vielen hilft. Und es hängt sicher auch nochmal davon ab, wie ein Therapeut ist und wie der das einsetzt.

Mir hat man halt vorher total vorgeschwärmt, wie super das würde und wie da die inneren Kinder total verzogen werden würden und all sowas.... Das war dann aber leider nicht so.

Sowohl stationär als auch ambulant war Schematherapie für mich nicht gelungen.

Aber wenn man es macht, dann bringt das schon einige Erkenntnisse zu Tage.

Die hypnotherapeutischen Dinge in der Schematherapie finde ich besser als z.B. einen Brief ans innere Kind schreiben. Ich hab' 'ne Atemmeditation mit dem Therapeuten gemacht, die kommt heute manchmal noch hoch, wenn ich fertig bin mit der Welt, weil man Probleme hat, die einen aufreiben....

Es gibt ja mittlerweile einige Schematherapeuten, zumindest bei uns. Aber für mich war's nix und ich hab' auch nur einen gefunden, der bereit gewesen, es zu versuchen. Einer hat's versucht, hat nach 7 Stunden hingeschmissen. Und der zweite Schematherapeut, der es versucht hätte, würde dann krank.

Muss jeder selbst ausprobieren, den Therapeuten kennenlernen. Wenn's klappt, ist gut, denn helfen tut es, wenn die therapeutische Beziehung sitzt, passt und Luft hat...

Die Grundidee, mit den Kindern selbst zu reden, was zu machen, was denen Spaß macht, das ist ok und gut. Was ich nicht mag, ist dieses ständige Überlegen, in welchem Anteil man ist, mit welchem Modis man dieses Schema dann kompensiert, dieses Einüben, was man dann macht und und.... Die Entmachtung des strafenden Anteils.... Das war mir alles zu viel Kapserle-Theater. Manche suchen ja genau das. Ich hab's nicht gesucht. Kommt immer drauf an, wie der Profi das umsetzt, daran hängt alles.

Alles in Allem ist die Schematherapie ein großer Fortschritt und wird vielen Leuten helfen.

LG

GGG

PS Ich find's gut, wenn Therapeuten Video mitschneiden, wenn sie die Anteile dann zeigen können, wenn sie einem innere Kinder auf der Aufzeichnung sehen können.  Videoanalysen sind schlimm, aber fast immer eine große Hilfe, egal, ob's um Therapie geht oder um Bewerberanalysen für Vorstellungsgespräche oder sonst was.

Es gab auch so'ne Zeit, da hab' ich sehr viel mit tiergestützter Therapie zu tun gehabt. Überall, wo ich angefragt hatte, gab' 'nen kleinen Klinikzoo, einen Therapiehund, oder der Therapeut hatte den Hund in der Praxis dabei, Therapie-Meerscheinchen, Therapiehasen und was weiß ich noch alles, kann mich nicht mehr erinnern, Reittherapie...

Für manche Menschen ist es hilfreich, weil es was aktiviert, was ein Mensch so nicht mehr lostreten könnte. Grade bei denen, die sehr früh in der Kindheit schlechte Erfahrungen gemacht haben, soll das viel bringen, weil sie wahrscheinlich eher so'nem flauschigen Vieh vertrauen können als einem Menschen....
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste