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Kommentare erwünscht - Märchen
Eismädchen
#1
Das Märchen vom Eismädchen
 
Es war einmal ein Mädchen, dass lebte in einem Land voller Wunder und Phantasie.
Es lebte dort sehr glücklich, umgeben von Tieren, Farben und Formen. Es litt nie an Hunger, noch an Durst. Wenn es etwas brauchte, dann schloss es die Augen, blinzelte zweimal und das Gewünschte lag vor ihr. Es kannte weder Angst noch Sorgen, sondern war erfüllt von heller Freundlichkeit, Liebe und Wärme. Wenn es Lust verspürte zu wandern, zog es durch das Land und schaute sich die herrlichen Blumen, Bäume, Tiere und die vielen anderen Wunder an. Und weil es so eine Freude hatte durch das Land zu ziehen, machte es jeden Tag einen Ausflug und lernte so auch die hintersten Ecken des Landes kennen.
 
Einmal, als der Tag schon weit fortgeschritten war, hatte es noch die Lust ein kleines Wegchen zu gehen. Und weil es nicht dumm war, nahm es vorsorglich ein Lämpchen mit, damit es, falls es dunkel würde, bevor es zurück war, nicht im Finstern heimgehen musste. So machte es sich auf den Weg und erfreute sich bald der wunderbaren Wälder und Täler des Landes. Auf ihrem Weg begleiteten sie immer einige freundliche Tiere. Und so zog auch dieses Mal eine Schar mit ihr durch das Land. Es waren viele emsige Schmetterlinge und Bienchen, die summend neben ihr her schwebten.
Der Tag ging bereits dem Ende zu und noch immer war die Wanderlust des Mädchens nicht erloschen. So ging es wohl an, dass langsam die Nacht hereinbrach und das Kind das Licht anzünden musste, um den Weg zu erkennen. Die Schmetterlinge und Bienchen hatten längst schon einen Platz am Mantel, des Mädchen gefunden, schliefen und ließen sich von ihr mittragen. Und weil die Nacht schon so weit fortgeschritten war, beschloss sie nun doch den Weg nach Hause anzutreten. Es machte kehrt und schritt in Richtung Heimat. Doch weil es längst stockfinster geworden war, erkannte das Mädchen den Weg nicht mehr so genau und verirrte sich.
 
Das kleine Lichtchen, welches sie bei sich trug, leuchtete nicht ausreichend und so kam es, dass das Mädchen immer näher an die Landesgrenzen herkam. Diese waren von hohen Bergen umgeben und für die kleinen Füßchen nicht zu erklimmen. Es befand sich nun nahe, der hohen felsigen Riesen und vermochte nicht mehr weiter zu gehen. So beschloss es, sich ein geeignetes Nachtlager zu suchen und ging direkt auf eine im Fels erscheinende Höhle zu. Diese Höhle hatte es noch nie entdeckt auf ihren Wanderungen und die Neugier packte das zarte Ding. Es lief langsam in die Höhle rein und besah sich die kalten, nassen und schmierigen Wände.
 
Überall wucherte Moos an den Steinseiten. Hier und dort lief ein kleines Rinnsal an der Wand herab. Der Boden jedoch war vom Moos so überwuchert, dass seine nackten Beinchen, wie auf einem Fell getragen wurden. Die Luft roch feucht und erdig und lockte das Mädchen immer tiefer in den Felsen hinein. Bald verzweigte sich der Weg und es erstreckten sich viele weitere Gänge. Wie durch ein Zauber umschloss sie der Berg und trug sie langsam in das Innere hinein.
 
Es war angenehm warm in der Höhle. Und so hatte das Mädchen auch nicht die Sorge zu erfrieren. Mit jedem Schritt, die das Mädchen weiter in den Felsen lief, veränderten sich die Felswände. Bald war das Moos verschwunden und es lief nun auf glatten glitzernden Steinen. Die Luft wurde langsam kühler und umschloss ihren Körper. Es war jedoch keine unangenehme Kühle, sondern ein feiner samtener Hauch.
Das Mädchen merkte nicht, wie ihr mit jedem ihrer Schritte ein warmes Gefühl verloren ging. Es war so fasziniert von den jetzt vollständig glitzernden Wänden und der Anzahl an verschiedenen Edelsteinen, die aus den Felsen ragten. Wieder ein Stück weiter wurde der Gang immer klarer und es überzog bald eine Schicht Eis die Felswände. Das kleine Lichtchen spiegelte sich darin und strahlte so sehr von den Wänden ab, dass es das Mädchen blendete.
 
Der enge Gang ging nun in einen weiten Tunnel über, welcher durchzogen war mit Eiskristallen und Diamanten. Die Faszination ließ nicht ab von dem kleinen Geist. Und je mehr das Mädchen in diese Welt eintauchte, desto mehr wuchs die Kälte in ihrem Herzen und schwanden ihre warmen Gedanken und Gefühle. Bald war das Mädchen dem eisigen Örtchen so gleich, das es selbst sich nicht mehr wieder finden konnte.
 
Die Schmetterlinge und Bienchen, die von dem glitzernden Strahl aufgewacht waren, summten und schwebten nun unentwegt um das kleine Wesen herum. Doch das Kind sah und hörte die Tierchen nicht. Es stand mit geschlossenen Augen und Armen starr auf dem eisigen Boden. Da fingen die Schmetterlinge an, das Mädchen immer wieder mit den Flügeln zu streicheln, doch es erwachte nicht aus der Erstarrung. Da fassten sich die Bienchen ein Herz und stachen das Mädchen in die Arme und Beine. Die Bienchen verließ der Lebensatem und sie fielen tot zu Boden. Das Mädchen erwachte aus seinem eisigen Gefängnis und ein kleiner Funke eines warmen Gefühls breitete sich in den Armen und Beinen aus. Noch waren das Herz und die Gedanken kalt, so dass sie sich nicht fortbewegen konnte. Da flatterten die Schmetterlinge herbei, setzten sich auf die Schultern des Mädchens und huben sie in die Luft. So schwebte sie leicht über dem Boden dahin.
 
Die kleinen Geflügelten wanden alle Kraft auf und flogen durch die Gänge, einem warmen Hauch entgegen. Diese Wärme kroch in alle Glieder des Kindes und es erspürte wieder ihren Körper, samt dem eisernen Herzchens. Es kamen die ersten Gefühle zurück und je weiter sie dem Ausgang entgegen flogen, desto lebendiger wurde das Mädchen. Die Schmetterlinge ließen sie nun sanft ab und brachen erschöpft mitten in ihrem letzten Flügelschlag zu Boden. Das Kind, ebenso kraftlos, ließ sich zu Boden sinken und schlief ein.
 
Bis weit in den Tag hinein schlummerte das Mädchen. Als es erwachte blitzte die Sonne in das kleine Gesichtchen. Es lag direkt vor dem Ausgang der Höhle auf der anderen Seite des Berges. Es stand auf, ging zum Rand der Höhle und schaute über ein weites unbekanntes Land, voller Wunder und Leben. Das Kind zog die klare Luft ein spürte sich und seinen Körper wieder. Es war erfüllt von Freude und Lust, von Liebe und Wärme. Frisch ausgeruht machte es sich auf den Weg, blies das Lichtchen aus und zog los neuen Abenteuern entgegen.
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