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Erfahrungen, Tipps, Trauma, PTBS und Co.
Komplexe PTBS, PTBS, Trauma, Traumatherapie
#1
Hi Slightly Smiling !!!

Ich bin in diesem Forum noch nicht registriert, hab's nur von außen betrachtet und finde es aber sehr gelungen, da man alle möglichen Rubriken findet, die sich genau auf komplexe PTBS beziehen. Das kenne ich so sonst nicht.

Ich war früher in Foren aktiv, dann aber nicht mehr. Das kann schon oft mehr schaden als helfen, drum blieb' ich irgendwann weg und das hat gut getan. Allenfalls lesen und nicht selbst aktiv schreiben, ist oft noch eine Möglichkeit, so ein bisschen Forum und Austausch zu haben, mitzukriegen, was andere so machen. Das meine ich nicht im Sinne von Ausspionieren, sondern ich denke, jeder Betroffene sucht nach Mitteln und Wegen, probiert viel aus und in Foren kann man was lernen, wenn man sie richtig nutzt.

Heute weiß viel mehr als früher über Traumatisierung. Foren können sehr hilfreich sein, wenn sehr erfahrene Leute schreiben, die in der Traumatherapie weit sind, die gute Ansprechpartner haben. Was den einen hilft, ist oft auch für andere eine sinnvollle Sache.

Wenn man das alles mal früher gewusst hätte, was heute bekannt ist.....Damals hätte mir das als junge Frau viel geholfen, wenn ich an diese Infos gekommen wäre, die es heute gibt. Wenn ich nur mal bei  You.tube schaue, was da z.T. heute abgerufen werden kann. Da gibt's die PTSD documentary, die zwar in englischer Sprache ist, die aber ab ca. der 4 Minute eine  Computeranimation zeigt, die plastisch darstellt, was im Gehirn passiert, wenn ein Trigger einen Flashback auslöst. Auch auf you.tube gibt's "auch Helfer brauchen Hilfe", da kommt auch was dazu bei Trauma bei Polizei und Feuerwehr. Sowas erklärt PTBS und komplexe PTBS, dissoziative Störung 1000 mal besser als all die lahmen Beschreibungen der früheren Traumagrößen wie Reddemann, Huber und Fischer. Man ist einfach viel weiter, weiß, was im Gehirn abgeht. Zum Beispiel bei dem Verlag Auditorium Netzwerk gibt's Ausbildungsmedien für Therapeuten, die z.T. ganz neue Erkenntnisse über Traumata, PTBS, DIS und ESD für wenig Geld anbieten. Manches kostet auch mehr, aber oft gibt's supergutes Zeug für wenige Euros. Der Blick ins Gehirn macht für Traumapatienten die eigentlich früher als sehr rätselhaft dargestellte Traumafolgestörung zu einer übersichtlichen Sache. Es wird nicht mehr nur erklärt, wie es sich anfühlt, das weiß man selbst meist zu gut, sondern es wird gezeigt, was im Kopf passiert und warum das alles sich in einem verändert, anders läuft als bei den gesunden Leuten. Z.B. gibt's dort ein Medium zu DIS, das ganz aktuell. Die meisten Therapeuten und Traumatherapeuten in Deutschland kennen diese Forschungsinhalte noch nicht mal, aber Patienten können das selbst kaufen.

Ich glaube, wir Patienten müssen sehr mündig werden, uns selbst informieren, neue Dinge im Internet suchen, auf englischsprachigen Seiten recherchieren und das zu den Therapeuten an die Basis schleppen, damit es irgendwann eine bessere Traumatherapie in Deutschland gibt, viele arbeiten sehr veraltetet und das tut den Patienten mehr schaden als helfen.

Ich konfrontiere regelmäßig Therapeuten bzw. zuständige Stellen damit und fordere, dass im Bereich Traumatherapie mehr Druck da sein muss, damit Therapeuten sich entsprechend aktuell fortbilden, das Kliniken ihr Angebot spezieller machen. Viele ignorieren sowas, aber es gibt immer welche, wo dies auch auf fruchtbaren Boden fällt. Man muss Ministerien, Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigungen, Politiker, Presse, Ausschüsse usw. auf das Problem aufmerksam machen, auch damit die Öffentlichkeit mal erfährt, was das wirklich für Krankheiten sind und wie düster die Versorgung der Patienten aussieht. Patienten müssen da Druck machen, auch in dem Punkt, dass nicht nur sexueller Missbrauch ein Trauma ist und hier einzelne Traumapatientengruppen klar bevorzugt werden, während man andere, die auch bitternötig Hilfen bräuchten, hängen gelassen werden. Eine entsprechende Beschwerde werde ich bald bei zuständiger Stelle einreichen, unterlegt mit Fakten und Daten, die aufzeigen, dass man hier keine Unterschiede machen darf und Hilfe die brauchen, die besonders stark in Mitleidenschaft gezogen wurden und es nach Schweregrad gehen muss und nicht nach Art der Traumatisierung.

Vieles macht mich wütend, weil alles so schlecht und falsch läuft und dies nicht sein müsste, wenn alle neuen Forschungsinfos mal an die breite Masse gehen würden. Traumafolgestörungen sind nicht irgendwas, sondern ziemlich hoch in der neurologischen Komponente. Dafür braucht's viel Spezialwissen und gut ausgebildete Ärzte oder Neuropsychologen.

Ich hab' nach vielen, vielen Absagen und Klatschen von der Therapielandschaft nun endlich Glück gehabt. Das kommt Jahrzehnte bis Jahre viel zu spät, erst jetzt, wo mein Leben ruiniert worden ist. Ich hab' 'ne ganz moderne Superlative-Traumaklinik gefunden, die eigentlich gar keine Kassenpatienten nehmen kann. Da mein Leben wirklich übelst gelaufen ist und ich mit vielen Fehlbehandlungen eigentlich mehr oder weniger Jahre bis Jahrzehnte in der psychischen Folter leben musste, waren die jetzt so nett, mir die komplette Traumatherapie in ihrem Haus anzubieten. Termin hatte ich innerhalb von 4 Tagen, Gespräche ab sofort. Beim Leiter der Neuropsychologie, er kann außerdem mehere Traumatherapieverfahren, EMDR, DBT, Arbeit mit inneren Anteilen und Kindern, Achtsamkeit, tiergestützte Therapie und was weiß ich noch alles. Er ist Forscher und entwickelt neue Diagnostik- und Therapieverfahren. Ein hochbegabter Kerl, der schon in der Ausbildungsphase Stipendien erhalten hat. Cool, keine alte Schachtel, kein älterer Therapeut, nix veraltet, sondern hypermodern. Es ist eine Superklinik. Ich kann mir aussuchen, wann ich komme, die Tage, die Uhrzeit. Ich kann kommen oder wegbleiben, muss nicht mal absagen, aber sie freuen sich, wenn ich es tue, damit sie wissen, dass es mir gut geht. Über GKV abrechnen geht nicht, also Kostenerstattungsverfahren. Ich muss nix machen, sie machen alles. Wenn das Kostenerstattungsverfahren nicht durchgeht, dann werde ich auf Kosten des Hauses meine ganze Traumatherapie bekommen, solange, wie es eben dauert. Sie werden mich nicht rausschmeißen, wenn kein Geld fließt. Ein ganzes Expertenteam aus Traumatherapeuten wird die Therapie überwachen und supervidieren. Da wird nix mehr dem Zufall überlassen. Nach all den Therapieschäden geht diese Klinik auf Nummer Sicher. Mein Therapeut ist ein sehr cooler, einfühlsamer kluger Typ, der sehr umsichtig ist und alles ganz, ganz genau macht. Im Vergleich zu allen anderen Therapeuten vorher war er sofort dabei. Es ging von Anfang an um die Traumatisierungen, er hat nach 30 Minuten gesagt, dass er die Traumatherapie macht, wenn ich es will.  Sie wollten mich, weil ich eine informierte Patientin war, die mit viel Fachwissen kam, die genau gesagt hat, was sie will und die eine neuropsychologische Traumatherapie auf dem höchsten Level wollte. ich bin mit offenen Armen empfangen worden, wo sonst doch immer alle Therapeuten ziemlich angepisst reagiert haben, wenn eine Patientin Forderungen gestellt hat und 'ne moderne Therapie wollte und keine erfahrenen Therapeuten.

Jahrelang hat man mir vorhergesagt, dass ich - so anspruchsvoll wie ich bin - überhaupt keinen Therapeuten an Land ziehen würde. So, jetzt hab' ich einen der besten der Republik mit den besten  Bedinungen, die man haben kann. Parkplatz vor der Tür, kostenlos, natürlich auch noch. Stationär kann ich auch kommen, wenn ich mag, in die Neuropsychologie.

Nach soviel Pech hat man mir zu Weihnachten ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk auf den Tisch gelegt und ich muss es nur noch annehmen, aufmachen und Danke hab' ich schon gesagt.

Natürlich machen die sowas nur im absoluten Ausnahmefall. Auch ich hab' viel erlebt, viel hinter mich gebraucht, viel, viel verloren und hab' von Therapien und Kliniken nur Mist erlebt.

Man kann nur sagen, dass man es einfach immer weiter versuchen muss und das all die Schlappen, die man erlebt, mit Therapeuten und Kliniken, die einen ablehen, einfach dazu gehören. Man muss trotzdem immer wieder mal versuchen, ob nicht irgendwo einer helfen wird.

Auch wenn's natürlich auch Neid auslöst, wenn man sowas hier liest, dass jetzt sozusagen jemand den Jackpot gekriegt hat und man selbst vielleicht allein und am Verzweifeln ist, sollte man die gute Botschaft daraus mitnehmen:

Es gibt gute Kliniken und gute Traumatherapeuten, die auch unbürokratisch helfen, die Therapien werden immer besser, man weiß mehr und kann besser helfen. Insgesamt geht's aufwärts mit der Versorgung in Traumatherapie.

Natürlich steigt auch die Nachfrage, weswegen die Patienten oft erbittert um ihren Traumatherapieplatz kämpfen müssen, siehe z.B. die Tatsache, dass viele Flüchtlinge aus dem Krieg hier auch schwer traumatisiert ankommen und Hilfe brauchen.

Wichtig ist, dass insgesamt die Lage trotzdem besser wird, alles wird moderner, man versteht die Erkrankungen besser. Z.B. mit der Borderline-Störung wird auch immer besser umgegangen werden. Das war vor 20 Jahren noch eine "Killer-Diagnose", heute ist sie immer noch schlimm, aber den Schrecken, den sie damals ausgelöst hat, den verbreitet sie heute nicht mehr. Zumindest spezialisiert ausgebildete Therapeuten dürften sich da nur schwer Angst machen lassen. Ausdauersport und Skills und Achtsamkeitsmeditation helfen da allen, egal, ob PTBS, Borderline, ESD oder DIS. Mir hat das Neurofeedback bei der PTBS sehr geholfen, dass es stabiler im Gehirn zugeht, weniger Kippen und wenn, kam ich schneller wieder raus in den normalen Informationsverarbeitungsmodus. Wenn man mal weiß, dass PTBS und Co& eine Netzwerkstörung im Gehirn ist, wenn man mal Gehirnscans gesehen hat, z.B. auf englischen Seiten (Bildersuche bei google ptsd brainscan), dann findet man viel. Auch auf deutschen Seiten findet man das, z.B. von Prof. Bohus.

Auch gut ist der Vortrag von Prof. Bohus auf You.tube zur Borderline-Störung, da findet man leider nur Teil 3, aber der reicht schon. Da könnt ihr sehen, wie Skills im Gehirn wirken.

So wie ich jetzt Glück hatte, kann's auch anderen in Zukunft gehen. Oft erlebt man auch soviele Pleiten mit Therapeutensuche, weil man in der falschen Ecke sucht. Wer traumatisiert ist, wer eine PTBS hat oder eine komplexe PTBS hat, braucht Spezialisten.

Auch schön ist der Vortrag von Prof. Herta Flor, der auf You.tube zu finden ist, indem sie zur PTBS spricht, die Unterschiede zwischen einfacher und komplexer PTBS erklärt und dass diese beiden Traumastörungen verschieden behandelt werden müssen.

Wer multiple Traumata hat, der wird bei einem"Wald-und-Wiesen-Therapeuten" nicht genommen bzw. richtig miese Erfahrungen machen oder Therapieschäden einfangen. Für sowas braucht man Leute, die klinisch gearbeitet haben oder noch in der Klinik arbeiten und zwar auf einer Traumaschwerpunktstation oder in einer Traumaklinik. Für schwere Störungsbilder tut's noch nicht mal ein Therapeut, der ambulant irgendwo arbeitet und ein bissl Fortbildung in Trauma gemacht hat, das schaffen die nicht.

Außerdem braucht man noch viele andere Bausteine. Medikamente bei schlimmen Fällen sind ein Muss, sonst schafft man die Traumatherapie gar nicht. Neurofeedback ist superwichtig, Infos dazu gibt's bei EEG Neuro Europe. Das fällt unter Ergotherapie und wird von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Ihr findet im Internet und auf You.tube dazu viel, es ist bei vielen Störungen anwendbar von der Depri, über PTBS und Tinnitus bis zur Migräne oder Schmerzen.

Es gibt noch viel mehr, was man nutzen kann.

Ich würde jedem, der nicht irgendwo in Therapie ist, raten, sich jetzt moderne Ratgeber zu holen, an therapeutische Ausbildungsmaterialen zu kommen, sofern es jemand verkraften kann, wenn es zu schwer ist, bleiben lassen. Was immer hilft, ist Ausdauersport, Malen im Stehen, Yoga (am besten traumasensibles Yoga, in den USA gibt's eine speziell entwickelte PTBS-Yoga-DVD, Brooklyn Trauma Center), die hätte ich gerne, aber hab' sie leider nicht. Vielleicht will sie ja jemand anders.

Homöopathie und Akupunkur, EFT, DBT, Schematherapie..... Es gibt soviel, bloß kommt man oft nicht dran.

Auch gut sind die Sachen bei Auditorium Netzwerk von Hüther, Roth, Kai Fritsche, Jatzko, Huber, auch die Seiten zur Schematherapie von Roediger in frankfurt. Woltemade Hartmann zur ESD.
Ich hoffe, ihr könnt diesen Eintrag hier für euch nutzen und packt diese Infos irgendwo hier hin, wo sie jeder - mit und ohne Registrierung - lesen kann, damit möglichst viele Menschen Anregungen finden, was sie für sich tun können und wo sie vielleicht doch Hilfe finden können.

Ich fände es auch schön, wenn ihr es in anderen Foren weitertragt. Überall sind die Leute verzweifelt und viele hocken bei alten Therapeuten und kriegen unsinnige, veraltete Therapien übergebrezelt, ohne dass ihnen mal jemand sagt, dass sie eine moderne Traumatherapie brauchen und etwas anderes für sie halt eher schädlich ist und es nicht helfen kann, weil es nicht mit dem  zu vereinbaren ist, was man heute über das traumatisierte Gehirn weiß.

Macht die Infos von hier  bekannt, zeigt sie euren Therapeuten, euren Freunden, Angehörigen, Partnern, Kindern, damit sie sehen, dass ihr wirklich krank seid und dass man auch gesund werden kann, wenn man richtig behandelt wird. Eine Behandlung muss auch nicht immer sofort sein, sondern manchmal geht's halt erst später, die richtige Therapie zu finden.

Mein Rat ist, an soviel, wie geht, ranzukommen und  alles zu nutzen, was einem in die Hände fällt, was gut ist. Mir z.B. haben die kleinen Überlebensbücher von Dr. Claudia Croos-Müller oft gut geholfen oder der Tischaufstelller Yoga vom GU-Verlag oder die Mediationsbücher von der Dummies-Reihe oder Jahn-Thorsten Eßwein mit seinem Achtsamkeitstraining(MBSR) oder Bücher zum EFT.

Und es gibt jetzt 'ne Menge sehr gute, ganz neue Traumabücher und es werden da auch noch neue Dinge in den nächsten Jahren kommen.

Kliniken erweitern ihr Angebot, Tageskliniken werden neu eingereichtet. Abendklinik ist ein weiterer Trend...

Wichtig ist auch: Jeder einzelne Traumapatient, jeder Borderline-Patient muss sich beschweren, muss eine bessere Versorgung fordern. Schreibt Eure Krankenkasse an, stellt Forderungen, auch an Politik und Gesundheitsministerien und KV. Die müssen in Briefen, E-Mails usw. ersticken. Wenn Ihr Euch nicht traut, Euch namentlich zu nennen, dann schreibt anonym eine Beschwerde per Post. Eine halbe Seite reicht. Wenn jeder sich wehrt, dann wird das Problem bald offensichtlich und der Druck steigt.

Ich werde als nächstes an gewisse psychoanalytische Organisationen gepfefferte Schreiben richten, weil in dieser Therapierichtung, ebenso in der TP, ganz lange nicht geforscht wurde und deshalb ganz lange falsch behandelt worden ist, auch ich bin so abgerutscht.

Wer durch Therapie geschädigt wurde, sollte sich melden, es gibt sogar inzwischen dazu Vereine, wo man sich beschweren kann, die diese Beschwerden sammeln und wo das langsam mal dazu führt, das Schadenstherapien auffallen und weniger werden. Die Krankenkassen kann man ansprechen, die müssen bei vermuteten Fehlbehandlungen helfen, zu schauen, ob ihr Ansprüche gegen den Therapeuten oder Arzt habt.

Stellt OEG-Anträge, so früh wie möglich. Beantragt Leistungen, die  Euch zustehen. holt Euch juristischen Rat.

Es ist leider eine Tatsache, dass Opfer regelmäßig bei allem die Verlierer sind und viele um viel Geld geprellt werden, um Dinge, die ihnen zustehen, weil sie nicht stark genug sind, für sich zu kämpfen. Und wenn das dann 10 Jahre oder 20 jahre oder 30 Jahre so gelaufen ist, dann endet man bettelarm wie ein Kirchenmaus, obwohl man eigentlich daran nicht schuld war, dass es so gekommen ist.

In Foren müsst ihr aufpassen. Manche User kennen sich super aus und können wertvolle Hilfe bieten. Andere User hingegen sind da leider oft eher dann auch so ein bisschen Gefahr für die Öffentlichkeit, weil sie  Ratschläge erteilen, die eher kontraproduktiv sind und oft flasche Erklärungen abgeben. In Foren werden leider nicht nur wertvolle Infos weitergereicht, sondern oft wird auch völlig veraltetes Zeug als Lösung des Problems vorgestellt, mit dem Ergebnis, dass der Suchende nicht Hilfe findet, sondern auf den Holzweg geschickt wird. Ihr müsst immer bedenken, dass man alles, was man angeboten bekommt oder angeraten bekommt, immer darauf zu prüfen ist, ob das jetzt für einen selbst das richtige Mittel zum jetzigen Zeitpunkt ist. Das kann jeder nur selbst entscheiden, denn andere sind nicht an Eurer Stelle und keiner kennt seine Lage so gut wie der, der als Betroffener drin steckt.

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine schöne Adventszeit!!

GGG
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#2
Super von dir. Dankeschön.
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#3
Hi jOANA,

dankeschön. Freue mich, wenn's vielleicht jemandem weiterhilft.
Ich hab' hier noch mehr geschrieben, weiß aber nicht, ob das technisch alles geklappt hat und ob das freigeschaltet wird. Ich bin lange Traumapatient und ich denke, es kann einen auch erschlagen, wenn jemand so viele Infos geballt in einem Posting hinklatscht.

Ich weiß, dass viele den Schutz brauchen, dass sie in geschützten Foren schreiben können. Ich find's aber auch gut, dass man hier eine Möglichkeit gelassen hat, ganz öffentlich was zu schreiben, wo es jeder lesen und finden kann. Es gibt soviele Menschen, die leiden und die Anregungen oder Infos suchen. Ich möchte es den Menschen einfach machen, das zu finden, was hilfreich ist.

Es ist nun mal eine Tatsache, dass kein Mensch alles wissen kann, auch kein Therapeut und keine Klinik kennt alles oder schon alles. Darum ist sowas wie Forum gut. Da fließt Wissen und Know-How zusammen und im Grunde kann jeder das so nutzen, wie es ihm gut tut.

Ich war früher viel in Foren, weil's einfach niemanden gab, mit dem man reden konnte, obwohl in den Therapien und durch die ganzen Traumata ständig der Kopf am Explodieren war. Dann geht man voll getriggert in Foren und findet dort andere, die ebenfalls grade massiv angetriggert sind, schnell gibt's Krach, weil jeder irgendwo seine wunden Punkte hat..... Keine schöne Sache. Deshalb hab' ich mich irgendwann entschieden, bei sowas wegzubleiben, weil's nicht immer gut für einen ist.

Auf der anderen Seite ist es aber auch blöd, wenn das zusammengesammelte Wissen dann verloren geht, ungenutzt bleibt. Andere sitzen allein da, völlig überfordert... So ging's mir früher auch. Was wäre ich froh gewesen, wenn jemand solche Einträge wie meine geschrieben hätte. Das wäre eine Entlastung gewesen. Und wenn es jemandem hilft, dass ich hier vielleicht ein paar Dinge festpinne, dann mach' ich das gerne. Richtig in ein Forum einsteigen will und werde ich nicht mehr, dosiert und zurückhaltend ist ok.

Jedenfalls ist es Danke für mich genug, wenn der Inhalt was für den Leser bringt. Das reicht mir, genau deshalb hab' ich es gemacht.

Hier im Forum ist überall die Arbeit mit Anteilen das wichtigste Thema, andere Dinge haben keinen solchen Schwerpunkt. Ich denke, es ist gut, da was zu ergänzen. Ich hab' auch mit anderen Dingen viele Erfahrungen gesammelt und denke, dass auch andere gut profitieren können, wenn auch über andere Dinge geschrieben wird, z. B. über Skills. Die Wirkung von Skills wird gewaltig unterschätzt. Ich hab' auch lange verweigert, die zu machen. Meine innere Kinder wollten das auch nicht und ich hab's ausprobiert und es half nichts. Was ich nicht wusste, war, dass die erst lange trainiert werden müssen, bis das mal klappt. Neulich lass' ich im Internet, dass einem Traumapatienten mit komplexer PTBS von seiner Traumatherapeutin erklärt wurde, dass Skills bei starken Dissos nicht wirken würden, nur bei leichten. Das ist so pauschal gesagt sicher nicht korrekt. Grade die Leute, die schwer traumatisiert sind, sollten unbedingt Skills machen. So werden halt viele Irrtümer über Trauma und Traumatherapie im Internet weitergetragen, was oft zum Nachteil für die Betroffenen ist. Da mag ich manchmal schon ein wenig Klarheit und Ordnung reinbringen.

Ich bin gespannt, was mir in meiner neuen Klinik über den Weg laufen wird. Ich denke, es ist ein guter Platz für mich und alles, was dazu gehört. Was ich weiter tun werde, ist, dass ich mich stark mache für bessere Traumatherapie und mehr Therapiemöglichkeiten und mehr Geld für Betroffene, egal, welches Trauma. Ich habe viele verschiedene Traumata und habe viele Menschen getroffen, die sehr schwer traumatisiert wurden, eben nicht durch sexuellen Missbrauch. Da mag ich auch mehr Gerechtigkeit haben, dass die Menschen, die nicht häufige Traumata haben oder ohne sexuelle Gewalt auch gesehen werden und gute Therapie bekommen. Wenn man die Folgen im Gehirn kennt, dann weiß man, dass alle Betroffenen ernst genommen werden müssen und Support brauchen. Es sollte egal sein, ob man durch Kindesmisshandlung, durch Brandverletzung, durch medizinische Traumata, durch sexuelle Übergriffe, Mobbing oder 'ne Naturkatastrophe traumatisiert wurde oder durch den ständig betrunkenen Vater so unter Strom gesetzt wurde, dass das Gehirn nur noch dicht machen konnte oder weil man sehen musste, wie Geschwister oder die Mutter attackiert wurden. Ich hab' soviel gesehen, soviel Leid miterlebt, soviele schreckliche Geschichten gehört. Ich hab' Mitgefühl mit allen und ich denke, dass alles seinen Platz in einem Forum hat. Meine Idee ist mittlerweile sogar, irgendwann mal ein eigenes Forum oder eine Selbsthilfeorganisation zu gründen, die sich besonders mit seltenen Traumata beschäftigt. Menschen, die mit ihrer Erfahrung sehr allein sind, weil sie die einzigen sind, die betroffen sind, haben's extrem schwer. Sie finden keine Therapeuten, weil sich keiner damit auskennt. Kliniken lehnen ab, ganze Klinikteams lehnen ab, weil's keiner kann. Oft werden diese Traumata gar nicht erkannt, nie danach gefragt, Jahre lang übersehen und wenn man redet, kapiert keiner, dass das ein Trauma war. ich hab' einen Freund, der war in Japan als Fukushima hochging. Er war rund 100 bis 150 km entfernt, war in Tokio. Such' Dir mal einen Therapeuten in Deutschland, der Dich mit dem Fukushima-Trauma behandelt. Da kannste lange suchen. In Japan geht's. Aber in Deutschland wird das schwierig. Das mal nur als Beispiel.

Was mir besonders am Herzen liegt, sind Menschen, die durch Medizin traumatisiert wurden und auch Brandverletzte. Da läuft heute noch viel schief, aber früher noch viel schlimmer. Man hatte keine Ahnung von Kindern und es wird heute noch oft in der Kindermedizin traumatisiert. Bei Kindern, die chronisch krank sind, die verbrannt sind, sind es ja oft Jahre und Jahrzehnte, wo heftige medizinische Maßnahmen zum Alltag gehört, eine Falle, aus der es keinen Ausweg gibt. Da wurde früher viel gemacht, ohne Betäubung, ohne Einfühlung, alle Grenzen verletzt, ständig wieder, viele Trennungen und dazu schwer krank und oft keine Freunde, im Schulalltag immer rausgefallen, Schulversager, weil fast nie im Unterricht. Viele Kinder haben Eltern, die trotz schwerer Krankheit des Kindes saufen oder sich nicht kümmern oder die nicht verstecken können, dass die Krankheit des Kindes ihre Kräfte übersteigt.

Dafür gibt's bis heute in Foren kaum Beachtung und kaum Platz. Die Betroffenen sind nicht selbstbewusst und sind zwar oft krank an Körper und Seele, aber nehmen das selbst nicht wichtig, bzw. trauen sich nicht, sich neben Gewaltopfern einzureihen, weil das, was man mit ihnen gemacht hat, legal war. Aber ob's legal war oder nicht, das interessiert die Seele, das Gehirn, den Körper nicht, der bildet trotzdem seine komplexe PTBS, sein Borderline-Syndrom, seine Ego-States, seine DIS aus. Und da vieles auf der körperlichen Ebene passiert, kann's da durchaus so sein, dass die Traumaaufarbeitung nicht gemacht werden kann, weil's zu gefährlich ist. Ich kenne einen Fall, da hat eine schwertraumatisierte Patientin die EMDR nicht bekommen, weil der leitende Arzt gesagt hat, dass er's nicht verantworten kann. Sie war wegen einer schweren organischen Erkrankung damals auf der Intensivstation und wenn die Aufarbeitung mit EMDR gemacht worden wäre, wäre der Körper in diesen Zustand zurückgekommen. Der leitende Arzt hat ihr gesagt, dass er's nicht verantworten kann, weil wenn er die EMDR machen würde, dann würde sie danach für mehrere Monate auf der Intensivstation landen. Und ich meine nicht die geschützte Station von der Psychiatrie, sondern die echte Intensivstation von einer Uniklinik, schätzungsweise wäre es wohl die Intensiv der inneren Medizin gewesen. Da gibt's echt viele Dinge, die Patienten mit anderen Traumata gar nicht ahnen, mit welchen Problemen andere Patienten kämpfen. Die müssen noch immer um die Anerkennung als Traumapatienten kämpfen bzw. für die gibt's kaum Adressen, wo man sich mit sowas überhaupt auskennt. Und da wird halt auch viel falsch gemacht und verdorben.

Trotzdem muss man eben dahin schauen, wo's klappt und besser wird und aus den Fehlern lernen bzw. aufmerksam machen auf das, was schief gehen kann. Ich muss auch immer wieder erst lange erklären, bis mich andere verstehen. Das ist übel, aber es bleibt einem nix übrig, wenn man überhaupt mal verstanden werden will. Ich denke, das kennt jeder auch irgendwo her, weil keine Geschichte ist deckungsgleich mit der von anderen, nie zu 100 %. Insofern muss man sich immer erst austauschen, damit man sich verstehen kann.

GlG

GGG
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#4
Hallo GGG, danke für deinen informativen Beitrag.

Ich freue mich für Dich, dass Du einen so guten Therapieplatz finden konntest, leider ist es sehr schwer, einen guten Therapeuten zu finden, der sich mit der Thematik gut auskennt und dann auch noch moderne Therapie anbieten kann. Ich war für drei Monate in einer Klinik, die für traumatisierte Menschen ist, aber dort kannte man sich mit DIS nun mal gar nicht aus, außerdem fand ich 30 Minuten Gespräch in der Woche, mit einem Therapeuten auch nicht gerade ausreichend, ich brauche recht lange, bis ich jemanden so vertrauen kann, dass ich ihm mehr von mir erzähle, wenn ich ihm gegenüber sitze. 
Später habe ich mir dann eine ambulante Therapie gesucht und habe beim Gespräch sehr genau darauf hingewiesen, dass ich DIS habe und es mir wichtig wäre, dass der Therapeut sich mit dieser Thematik wirklich gut auskennt. Mir wurde dann gesagt, dass die Therapeuten sich damit gut auskennen und ich bei ihnen richtig wäre, nach einigen Monaten Wartezeit, hatte ich dann mein erstes Gespräch, und als die Zeit zu Ende war, wurde mir gesagt, dass sie so eine Therapie nicht leisten könne. Ich hatte extra genau darauf hingewiesen, worum es ging und man sicherte mir zu, dass sie es können und dann bekomme ich so eine blöde Absage, nachdem ich Monate auf einen freien Platz gewartet hatte.

Na ja, ist immer noch besser, als das die es versucht hätten und dabei alles falsch machen, ich habe mich schon in der Klinik wie ein Versuchskaninchen gefühlt, denn auch dort meinte der Therapeut, dass er noch nie jemanden mit DIS hatte, war ja klar, dass ich da nur ein Versuchskaninchen bin, an dem man seine ersten Experimente macht. Mein Aufenthalt in dieser Klinik war vollkommen für umsonst, ich habe oft darüber nachgedacht, was mir das in der Klinik gebracht hat, aber da ist nichts, was mich weiter gebracht hat.
[Bild: Seelenwanderer-2-14.png]
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#5
Hi Seelenwanderer,

ja, das kann ich gut verstehen, was Du schreibst. Das ist immer noch recht schwierig, grade mit der ambulanten Therapie. Und mit den Traumakliniken ist es auch nicht ohne, grade die sehr bekannten Traumahochburgen haben ja z.T. astronomische Wartezeiten. Trotzdem, wenn ambulant nix geht, sollte man sich immer bei solchen Kliniken auf die Warteliste setzen lassen, falls mal Not am Mann ist, dann ist man näher an einer Aufnahme.

Aber inwzischen gibt's auch kleinere, regionale Kliniken, wo vielleicht ein oder zwei Traumatherapeuten/Traumatherapeutinnen arbeiten, die das irgendwo vorher gelernt haben.  Es ist schon die Suche nach der Nadel im Heuhaufen und auch nicht jeder Traumatherapeut ist empfehlenswert, da gibt's auch gute, bessere, schlechtere und ganz schlechte und Spitzenleute.

Trotzdem warne ich vor Verzweiflung. Im Vergleich zu vor 20 Jahren boomt die Traumatherapie. Man versteht zumindest bei den informierten Therapeuten, was das ist. Die Experten in der Psychotraumatologie powern ohne Ende, um für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen.

Vor 20 Jahren hätte Dir so gut wie keiner helfen können. Jetzt gibt's schon einige, aber die sind halt umzingelt von Patienten, dh, man muss einen langen Atem haben und es kann mal schnell klappen wie bei mir jetzt oder länger dauern. Auch kein Grund zu verzweifeln. Selbst wenn man gar niemanden hat, der einem hilft, gibt's mittlerweile Bücher und Medien, wo man sich selbst helfen lernt. Es gibt Foren, man kann am PC zu Hause Kliniken suchen.... Vor 20 Jahren gab's nix, fast nix.

Wenn ich dazu komme, schreibe ich hier vielleicht mal noch mehr, wie man es eher schafft, weniger Pleiten mit Therapeuten zu erleben und wo man eher suchen kann. Der Wald-und-Wiesen-Therapeut ist nix für eine DIS.

Wichtig ist auf alle Fälle: Lernt irgendwie die DBT, von mir aus in einer Klinik oder in einer Skills-Gruppe oder mit einem Therapiemanual zu Hause für Euch allein. So hab' ich das gemacht, aber ich hatte Vorerfahrung. Wenn ihr was nicht versteht, fragt in einem guten Forum Leute, von denen ihr wisst, dass die das in der Therapie wo gelernt haben und wo ihr wisst, dass die zuverlässig sind. Ich kenne ein junges Mädchen, die keine gute Traumatherapie hatte und die hat eine Menge einfach durch erfahrene Traumapatientinnen in Foren gelernt, z.B. wie man mit inneren Kindern umgeht, was sie machen soll, wenn sie sich komplett überfordert fühlt usw... Foren sind dann gut, wenn wirklich Hilfe kommt und Gehacke unterbunden wird. Hier muss man lange auf Antworten warten, aber dafür wird geblockt, dass sich die User gegenseitig attackieren können. Das ist gut so. Wenn ein Forum zur Kampfarena wird, wo Draufhauen statt Aufbauen der Trend wird, dann ist es sinnlos.

Man muss einfach auch lernen, wie man Selbsthilfe-Ratgeber richtig einsetzt. Z.B. als ich früher ganz akut traumatisiert war, war ich hyperempfindlich, ich hab' alles sofort an mich rangelassen, es ging durch alle Schichten, tagelang hat es gerattert, bis jeder Anteil irgendwo diese paar Textzeilen abgekriegt hatten, die mir zugesetzt haben. Wenn man so ein DBT-Buch liest, dann wird man wahnsinnig. Es ist wichtig, zu wissen, dass man manches nicht für sich übernehmen kann, dass das aber vielleicht für andere Patienten in diesem Buch so geschrieben wurde, weil es denen hilft. Man braucht ein bissl Distanzierungsmöglichkeit, damit nicht ständig jeder Anteil wegen irgendwas  angetriggert hochrauscht. Man muss lernen, mit denen zu reden, wie man innere Kinder anspricht, sie beruhigt, wie man mit anderen Anteilen redet, wenn sie hochkommen oder wie man aushandelt, wie man an einem Strang zieht. Mein Traumatherapeut hat immer gesagt: "Sie müssen sich so verhalten, so zuverlässig sein, dass die inneren Anteile und inneren Kinder ihnen vertrauen lernen und dann mit Ihnen an einem Strang ziehen.  Es läuft alles über Vertrauen. Der ganze innere Kampf lässt nach, wenn unter den Anteilen und mit den Ego-States eine verlässliche Beziehung aufgebaut wurde, wo sie wissen, dass sich gekümmert wird, dass es zuverlässig und sicher ist. Das ist harte Arbeit, kostet oft lange Zeit und viel im Außen anstrengen.

Trotzdem:
Früher wurde man als komplett Irre weggesperrt, regelrecht entmachtet, keine Hilfen, keine Aussicht auf Besserung, aber Verschlechterung. Von den alten Zeiten wo Psychiatrie nur Wegsperren bedeutete, sind wir heute schon ganz weit weggekommen. Das wird auch nochmal besser.

Natürlich kriegt heute nicht jeder standardmäßig innerhalb von 4 Tagen eine supermoderne Traumatherapie. Das gibt's bisher leider nur in absoluten Ausnahmefällen und mit viel Glück. Aber es gibt was zwischen 0 und 100 %. Es werden viele Neuropsychologien aufgebaut, das wird mehr. Psychiatrien und Psychosomatiken werden zu modernen Hochleistungskliniken mit viel Neuroanteil. Die Erkrankungen werden immer mehr anerkannt und auch im Sozialrecht wird besser darauf eingegangen werden.

Also die Zukunft wird besser werden.

Früher hatte keiner Ahnung, was da überhaupt abgeht. Es wurden schwammige Erklärungen und Beschreibungen der Symptomatik abgegeben und die Therapeuten und Ärzte dachten sich irgendwelche Theorien aus, was dahinter stecken könnte. Das ist alles überholtes altes Zeug. Aber auf der Grundlage damals haben die an den Gehirnen von Menschen rumgespielt. Heute machen das noch manche. Dieser Spuk geht zum Glück endlich zurück. Das war keine seriöse Medizin, auch wenn es so genannt wurde, das war Kurpfuscherei auf Krankenschein. Die renommiertesten Kliniken waren daran beteiiligt, ich kenne so einen Horrorschuppen, der sich kaum weiterentwickelt hat. Es ist schon ein Segen, dass es heute Klinikbewertungsportale gibt, wo sowas auffliegt und die Leute gewarnt werden. Sowas gab's früher alles nicht.

Insofern: Klar, man hat Angst, denn es ist schwer krank, wenn man eine DIS hat und man hat die entsprechende Biographie. Trotzdem muss man es relativieren und man muss klar sehen, da sind Chancen, die gab's so nie und auch sonst kaum auf dieser Welt. In der Schweiz und Österreicht geht's, aber z.B. in Schottland oder in Frankreich sieht's übel mit Psychotherapie und Traumatherapie aus, da muss man das selbst zahlen oder es behandelt keiner. Da versuchen viele, hier rüber zu kommen, und hier zu arbeiten, alleine um an  Therapie zu kommen.

Trotz allem Frust und was man alles aushalten muss, will ich Dir Mut machen. Man kann auch mit einer DIS - wenn man sich geschickt anstellt - evtl. lange allein klarkommen, wenn man sich viele Infos zusammensuchen kann, wenn man solche Sachen wie Ergotherapie oder Neurofeedback oder Yoga und und und in Eigenitiative macht. Medikation kann helfen. Ich z.B. hab' z.B. recht lange Tavor genommen, viel länger als es in der Packungsbeilage stand. Ich hätte nie gedacht, dass sowas geht. Und da muss man dann halt klar sagen, ein Laie hat oft andere Vorstellungen davon, was in der Medizin machbar ist und was 'ne Rolle spielen kann. Es kommt nicht nur auf eine Traumatherapie an, sondern auf alle Faktoren: Ist man in Sicherheit oder ist Täterkontakt da. Ich hab' z.B. im Moment Riesenärger mit Täterkontakt, hatte keine Therapie, dann hab' ich beim Gewalt gegen Frauen-Telefon angerufen und eine Beratungsstelle vor Ort für Stalking-Opfer genannt bekommen, die auch mit erfahrenen Rechtsanwälten zusammenarbeitet. Letztlich hab' ich das Problem nicht gelöst bekommen, weil's bei mir sehr speziell und schwierig ist. Aber es gibt auch außerhalb von Traumatherapie Helfer, Beratung, Professionen, die weiterhelfen, nicht immer therapeutisch, aber mit Fragen des Alltags.

Wenn man keine Traumatherapie findet, dann heißt das ja nicht, dass man nicht anderswo mit anderen Problemen Infos und Ansätze und Helfer findet. Ein Therapeut ist auch keine eierlegende Wollmilchsau, der alles weiß und alles kann. Oft muss man die Lösungen bei anderen Fachleuten suchen. Ich erlebe immer wieder, dass Leute mit psychischer Erkrankung keine BU-Versicherung bekommen und daran verzweifeln. Wegen solcher Fragen rotieren sie dann, aber oft hilft schon, bei Google zu suchen. Es gibt Versicherungsmakler, die anonymisiert eine Anfrage an Versicherer stellen können. Da wird nix und niemand geoutet, es läuft alles anonym. Wenn dann ein Vertragsangebot kommt, das zumindest mit Ausschluß von psychischen Erkrankungen andere Erkrankungen erfasst, das wirtschaftlich geht, dann kann man so eine BU-Versicherung mit Abstrichen machen. Das ist eine klassische Frage, die immer wieder auftaucht und wo jeder Therapeut überfragt ist. Bei einer Versicherung anfragen, ist tödlich, denn die packen Dich auf eine interne Liste, die alle Versicherungen abrufen können, Du kriegst alle möglichen Versicherungen nie wieder, bis gebrandmarkt.

Das sind halt so typische Sachen, wo die Lösung anderswo zu kriegen ist und es auf eine Therapie gar nicht ankommt. Das gleiche Problem hat man oft mit schwierigen Lebenslagen. Statt dass sich die Leute juristischen Rat einholen und die nächsten Schritte machen, um das Problem zu lösen, das sich ihnen in den Weg stellt, heulen sie beim Therapeuten rum, der aber auch keine Lösung parat macht. Oft schicken die Therapeuten die Patienten dann nicht mal zum Anwalt oder zur Sozialrechtsberatung, sondern drehen sich mit denen im Kreis und verpassen juristische Chancen. Typische Situation:
Das jeweilige Problem muss  zum richtigen Fachmann. Der Traumatherapeut ist nicht für alles Fachmann, was im Leben eines Traumapatienten auftauchen kann.

Das musste ich auch lernen, dass ich nie irgendwo das "All-Inclusiv-Sorglos-Paket" in einem Therapeuten habe, sondern ein großer Teil vom Leben immer noch meine Sache bleibt, die ich zu bewältigen habe. Der Therapeut hilft einem nur, indem er sagt, wie man es angehen könnte, auf der psychologischen Schiene, aber mehr kann er nicht machen.

Viele sind halt total am Rotieren, nix läuft wie geplant, sie sind außer Kontrolle, das macht Angst, diese vielen Wechsel..... All das ist besonders am Anfang schwer, wenn man sich gar nicht zu helfen weiß, noch nichts über sein Innenleben weiß. Es ist ein Prozess, der lange dauert, bis man das hinkriegt, dass da ein Co-Bewusstsein entsteht, dass man mal untereinander Kontakt hat, den einsame Anteile fühlen, dass sie sich nicht mehr allein im Kerker fühlen, dass Angst nachlässt und verlernt wird, dass sowas wie ein Sicherheitsgefühl  wieder entsteht und man dem Frieden auch traut.

Heute bin ich fast wie ein Gesunder, mit Einschränkungen, so wild und schlimm wie früher wird's nicht mehr und wenn, weiß ich, was ich dagegen tun muss und kann. Aber ich erinnere mich an die brutale Angst, die ich hatte. Kontrolle aufgeben, unaufmerksam sein, sich mal hängen lassen, ging nicht. ich hab' dann angefangen, mich zu trauen, für ein paar Sekunden hinzusitzen und die Augen zu zu machen. Das hat mich unendlich viel Mut gekostet. Zu sehr saß das  Trauma fest im Kopf. ich hatte die Grundüberzeugung, dass es nie irgendwo sicher sein wird und wenn es sicher anfühlt, dann ist das nur, um mich in Sicherheit zu wiegen, damit ich nicht aufpasse und schon bin ich wieder fällig. Ich war sicher, dass es jederzeit alles wieder passieren kann und es noch schlimmer kommen könnte als vorher. Ich hatte einmal Glück und bin körperlich unversehrt aus der Sache rauskommen. Ich konnte es nicht drauf ankommen lassen, dass mein Täter eine weitere Chance bekommt, wo er erfolgreich sein würde. Das Ergebnis war, dass ich mich nicht mehr unter Menschen traute. Jeder konnte zum Monster werden, in Sekundenschnellle. Ich hatte das erlebt, das war real passiert. Es war keine Einbildung und mein Gehirn hat sich daran festgehängt. Und ich musste da wirklich anfangen, mit ein paar Sekunden Augenzu neu zu lernen, dass nix passiert. Ein paar Sekunden wurden zur Minute und ich erklärte mich selbst für wahnsinnig, dass ich solche Risiken wieder einging. In meinem Kopf schrie's und warnte mich, verspottete man mich als total  blöd und wie man nur so irre sein könnte, die Augen zu zu machen, wenn die Welt so  voller gefährlicher Menschen ist, wo soviele Spinner und Psychopathen sind.

Es ist ein Kampf. Ein inneres System entsteht nur, wo viel Gefahr war und ist und es versucht, einen zu schützen, jeder Anteil auf seine Weise hat einen Sinn (gehabt). Und sie lernen - wenn überhaupt - nur langsam und mit viel Geduld. Aber das allein reicht auch nicht, man braucht die Skills, den Sport, die Mediation, das Neurofeedback, um noch direkter am Gehirn die Schäden anzugehen.

Die Zeit, bis man eine passende Traumatherapie machen kann, sollte man nicht ungenutzt vorbei gehen lassen, sondern sich aus anderen Quellen speisen und sein Leben so aktiv und postitiv angehen, wie es geht. Und wenn gar nichts mehr geht, dann geht man in eine hochspezialisierte Traumaklinik und lernt phasenweise dazu, lässt behandeln, dann wieder eine Behandlungspause, wo man umsetzen kann, was man Neues gelernt hat.

Es ist wichtig, trotz der vielen Hürden, die da sind, seinem Leben eine positive Richtung zu geben und zuversichtlich zu sein, denn das heilt die Anteile und das Gehirn eigentlich am Meisten. Der Stress macht uns kaputt, deshalb ist es wichtig, zu vermeiden, dass viele Stresshormone ausgeschüttet werden bzw. dass diese durch Ausdauersport wieder abgebaut werden. Gingko kann man mal nehmen, aber aufpassen, da müssen die Leberwerte gecheckt werden. Gingko kann auf die Leber gehen.

Ich glaube, die Fülle der Ratschläge, die man geben kann, die wirklich was bringen, sind viele. Die kann man gar nicht alle  auf einmal nennen.

Wichtig ist auch einfach zu wissen, dass es viele Leute gibt, die heute schon weit auf dem Weg der Heilung gegangen sind, die schon  Teilerfolge berichten können, die früher voller Angst und Panik waren, dauernd getriggert, die heute recht ruhig und zufrieden, mit Einschränkungen am PC hocken und mal in Foren vorbei gehen, wo sie früher verzweifelt waren und wo sie heute denken: "Ach, die tun mir echt leid, die sind noch ganz am Anfang, so ging's mir auch lange und zum Glück hab' ich das hinter mir und kann mein Leben jetzt auch leben und genießen."

Das Ende der Angst gibt's tatsächlich, nur ist der Weg dahin für die meisten sehr weit, schwer und steinig. Das heißt aber nicht, dass es nicht geht und es heißt nicht, dass auf diesem Weg nicht auch viel Schönes passiert.

Mit DBT-Skills erreicht man, dass sich die Hirnaktivität von subkortikal nach kortikal verlagert. Das heißt von unteren Regionen nach oben im Gehirn. Mit Meditation erreicht man, dass die Hirnaktivität von rechts nach links verlagert wird, das verändert hin zu weniger ängstlich, weniger depressiv, weniger einsam, weniger grüblerisch, offener und flexibler und höhere Akzeptanzfähigkeit. Mit Ausdauersport repariert man den Hippokampus, der maßgeblich bei der PTBS gestört ist. Das sind nur so kleine Dinge, insgesamt ist es natürlich viel komplizierter, aber das mal als Einblick in das, was man erreichen kann, wenn man die richtigen Therapiebausteine nutzt und Spazierengehen oder den Baum in Yoga machen, das kann jeder. Wichtig ist, den Leuten zu sagen, dass sie damit echt Reparatureffekte im Gehirn in Gang setzen. Das dauert alles sehr lange, aber dagegen kann sich der Körper nicht wehren. Das wirkt sich aus.

Das vielleicht einfach auch um zu zeigen, dass es berechtigte Hoffnung gibt für Traumapatienten und Borderline-Patienten. Z.B. haben Gehirnscans gezeigt, wie bei Borderline-Patienten mit klaren Schäden am Gehirn diese Schäden bei späteren Kontrollaufnahmen geheilt waren. Das sind alles solche Dinge, sowas gab's früher nicht, dass man das echt überprüfen und anschauen konnte.

Und z.B. eine DBT stationär kriegste heute fast hinterher geworfen. Klar ist das nicht ideal für jemanden mit DIS. Aber wenn er sich auf diese DBT für 3 Monate einlassen kann und halt mitnimmt, soviel wie geht und seinen Anteilen sagt, dass das erst der Anfang war, und später noch eine Traumatherapie gesucht wird, dann kann sowas funktionieren. Es geht nicht immer und überall gleich gut oder manchmal auch gar nich. ich würde nicht in einer Klinik bleiben, bis ich mir wegen denen die Pulsadern aufschneide, weil ich deren Art nicht verkrafte. Aber versuchen kann man es mal und wenn's gar nicht geht, auschecken und sagen, dass man es mit der stationären Therapie im Moment nicht packt, aber später vielleicht nochmal versuchen möchte. Wenn's einen destabilisiert, kann man das sagen und es sollte kein Problem werden, dann auch stationär mal abzubrechen. Kommt immer drauf an, wie man mit den Leuten dort redet. Der Ton macht die Musik. Auch wenn's einem übel dreckig geht, ist es immer ratsam, Therapeuten ordentlich anzusprechen, damit man sie bei Laune hält. Wenn sie ordentliche Laune haben, profitiert man davon meistens nämlich selbst. Bleibt den Therapeuten, wo ihr wart, in guter Erinnerung, man weiß nie, wenn man mal noch braucht. Gutes Benehmen macht die Leute williger und das kann man für sich arbeiten lassen, wenn man geschickt ist.

GlG

GGG
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#6
Mhm, mache mir Gedanken wegen der neuen Therapie....

Wieder ein neuer Therapeut..... Ich warte ab, wie es sich entwickelt. Große Hoffnungen setze ich dieses Mal nicht darauf und lass' mich gerne positiv überraschen. Ein alter Hase im Geschäft, da bleib' ich mal ruhiger als sonst, kein Hype dieses Mal. Muss ihn erst kennenlernen, den "Neuen", alles da, in der Klinik. Die äußeren Rahmenbedingungen sind gut. Es ist nicht nah, aber auch nicht wahnsinnig weit. Die Parkplätze vor der Tür sind ein Pluspunkt, keine Parkgebühren, wie schön. Großes Krankenhaus, mit vielen Abteilungen, viele Patienten, die meisten davon schwerkranke Leute, körperlich kranke Leute. Cafeteria unten, kann ich mich nach der Therapie einfach unten hinsetzen, was trinken, steh' nicht einfach irgendwo nach der Stunde auf der Straße wie früher. Nett waren sie alle zu mir. Ich frage mich, warum hat's nicht vor 20 Jahren so sein können. Wozu musste man soviel durchmachen, leiden, so oft wieder nur verletzt und verängstigt worden von angeblichen Helfern, die nur auf Krawall gebürstet waren, von verletzten innenkinder und Traumapersönlichkeiten keinen blasen Dunst hatten. Was hab' ich mir gewünscht, dass es mal so läuft wie jetzt. Jetzt lief's so und GGG heult, weil es viel zu lange gedauert hat, bis es mal so war, wie es sein sollte. Böse Erinnerungen werden wach daran, wie wir von den angeblichen Helfern geschunden wurden, wie oft wir fast gestorben sind in unfassbaren Fehlbehandlungen.

Wir sind traurig, wenn wir an unseren Ex-Therapeuten denken, der uns so verarscht und verladen hat, an's Messer geliefert hat, alles kaputt gemacht hat. Das ist mit ein Hauptgrund, warum die neue Klinik helfen will, sie wollen wieder ein Teil gut machen, den ihre Kollegen kaputt gemacht haben. Widergutmachung, wenn nix mehr zu retten ist. Es wird brutal hart werden. Mit dem Täter fertig werden, das versuche ich seit 20 Jahren und das Monster lässt keinen Tag aus, wo er hier nichts beherrscht. Was wäre ich froh, wenn er von seiner Qualmerei 'ne Krebs bekäme und in ein paar Wochen weg wäre..  Aber soviel Glück hab' ich nicht.

Mein Ex-Thera hilft jetzt nur noch anderen, uns nicht mehr. Der Neue will helfen, aber alles ist anders als bei unserem Ex-Thera. Wir wissen nicht, wie er tickt und wir müssen wieder bei Null anfangen.

Das Leben ist so sauschwer für manche Menschen.... Klar, es ist toll, jemanden zu haben, der jetzt helfen will, der so super aufgestellt ist, er gibt sich Mühe, trotzdem ist er ganz neu und wir sind unsicher. Es ist nicht wie mit dem alten Thera, er hat uns bitter enttäuscht und im Stich gelassen. Der Schock sitzt nach 4 Jahren immer noch absolut in jedem Knochen.

Ich hoffe, dass mindestens noch ein paar  Wunder passieren und wir irgendwie doch noch auf einen grünen Ast kommen. Ich hoffe, dass es mit diesem Therapeuten jetzt funktioniert und er sich hoffentlich als der Mensch  erweist, bei dem wir dann wirklich das bekommen, was wir verdient haben.

So gemein wie unserer Ex-Thera uns behandelt hat, das sprengt echt alle Rekorde und das, wo er so lange so lieb und so zuverlässig war, bevor er im Burnout und was weiß ich was gelandet ist und er zum totalen Ekel und Irren mutiert ist und das an uns ausgelassen hat.

:-(

Würde ihn gerne mal heute fragen, was er sich eigentlich gedacht hat, uns sowas anzutun. Und die anderen Vollpfosten, die uns alle nur verheizt und emotional misshandelt haben, die würde ich das auch gerne mal fragen und sie herbitten, dass sie mal zusehen können, wie mein Täter uns hier jetzt aufmischen kann, weil die Therapeuten und Helfer und alle miteinander volll versagt haben.

Mit den Folgen wollen sie dann alle nix zu tun haben, wenn sie es verbockt haben.

Die Dummheit der Menschen ist unbegrenzt. Und die Bosheit mancher Menschen ist auch unbegrenzt.
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#7
Mal wieder in einem anderen Forum ein bisschen gelesen...

Oh nee, das lass' ich mal lieber bleiben....

Zuviele veraltete Infos, zuviele schlecht oder gar nicht informierte User, die tun, als hätten sie die Weisheit mit Löffeln gefressen. Ist ja ok, wenn jemand neu ist und sich erst mal mit seiner Diagnose vertraut machen muss. Das ist total ok, ganz normal und nachvollziehbar.

Blöde wird's, wenn Leute Störungen erklären wollen, die sie selbst noch nicht annähernd verstehen und sich da als Bote der Wahrheit hinstellen....

Ich hoffe echt, dass die Leute fähige und gute Ansprechpartner suchen und auffinden und erkennen, wenn jemand nicht genug weiß, dass sie sich dann auch ein bisschen von sowas abgrenzen können.

Mein einziger Trost in dieser Sache ist, dass es besser werden wird und es zum großen Glück da nicht wenige sehr engagierte Fachleute gibt, die forschen und sich bemühen, das Wissen zu sammeln und für die Masse der Patienten eine gute moderne Traumatherapie bereitzustellen.

Es werden auch immer mehr Leute Hilfe finden und diese früher für nötig gehaltenen lebenslangen "Therapien" wird's auch immer weniger geben.

Ich wünsche mir schon Botschafter für diese Erkrankungen, die eine gute Öffentlichkeitsarbeit machen. Aber ich wünsche mir welche, die souverän sind, die wirklich qualifiziertes aktuelles Wissen haben und die umfassend informtiert sind, nicht nur eine Therapierichtung kennen und über andere nix wissen.

Ja, ja, manche Mitpatientin und maches  Video gutgemeinte Video über DIS oder Borderline oder ESD würde ich von You.tube runterschmeißen, weil die Leute echt schon genug mit Infos gefüttert werden, die einen null Komma null weiterbringen.

Was wir sicher nicht brauchen, ist das nächste gefühlstriefende Video mit düsterer melancholischer Klaviermusik, wo schwarzweiß Fotos mit rotem Blut abgebildet werden und krypische Botschaften eingeblendet werden wie "Wenn ich blute, kommt mein innerestes Grauen an's Tageslicht" und so'n Zeug.

Wenn man will, dass man noch mehr ausgegrenzt wird und dass diese Erkrankungen nie verstanden und nie ernst genommen werden, dann sollte man so'ne Gefühlssoße weiter auf sozialen Medien verkünden.

Auf das wird kein normaler Mensch positiv reagieren, sowas führt nur zu noch mehr Stigmatisierung und noch mehr Diskriminierung. So schreckt man Leute ab und das tut keinem was bringen, außer dem, der sich da grade richtig schön in den Mittelpunkt stellt, allerdings auf eine sehr schädliche Weise.

Ich finde auch Therapeuten, die sowas unterstützen total daneben.

Man sollte besser sagen, was im Gehirn bei diesen Patienten abgeht, statt Interviews zu führen, wo die Leute auf jeden Ottonormalverbraucher als Totalverrückte anmuten.  So geht's nicht, wenn man Erkrankungen in der Gesellschaft salonfähig machen möchte.

Es ist kein Wunder, dass bei solchen "Botschaften" bis heute die Diskriminierung von psychischen Erkrankungen kein bissl abgenommen hat. Wenn man aufklärt, dann muss man das sachlich machen und verständlich und nicht so, wie es bisher getan wurde. Da muss man auch ganz klar der Wissenschaft, der Medizin und den Fachgesellschaften Vorwürfe machen. Das hätte man alles weitaus besser machen können und wäre heute viel, viel weiter.

Ich glaube, Protest ist notwendig, zeigen, dass es da unterversorgte Patientengruppen gibt. Aber wenn Prostest, dann so, dass es sachlich fundiert ist, dass man ordentlich fachlich richtig argumentiert und nicht mit Gefühlschaos andere Menschen verschreckt.

Da würde ich manchem Blog gerne den Server abstürzen lassen und macher Schreiberin anderswo gerne mal sagen, dass man auf ihr Werk getrost verzichten könnte, da sie die Welt für die Betroffenen nur scheinbar besser macht, aber langfristig mehr Schaden anrichtet als dass es was hilft. Blöde ist sowas insbesondere dann, wenn sie noch Fachleute bei diesem Gedöns begleiten und unterstützen.

Es geht nicht drum, sich wichtig zu machen, wenn man es sonst im Leben nicht geschafft hat, sondern wenn man im Internet schreibt, dann sollte es wirklich der Selbsthilfe dienen und anderen helfen, dass es ihnen wirklich besser gehen kann.

Zu den Profilierern im  Endstadium gehören für mich viele Patienten, die so überlegen tun, obwohl sie nix drauf haben und Therapeuten und Ärzte, die's selbst nicht gerafft haben, aber wie wild sich in der Öffentlichkeit aufplustern. Kotz würg.....

Nee, wenn man schon 'ne Lobby hat und Vertreter, die sich für diese Patientengruppe engagieren, dann möchte ich hochkarätige Wissenschaftler sehen, mit viel Praxiserfahrung und die ein Händchen haben für den Auftritt in der Öffentlichkeit. Eine Aufklärung, die doof  gemacht ist, nützt gar nix. Die geht nur nach hinten los. Das sorgt nur dafür, dass noch mehr Vorurteile verbreitet werden und diese noch hartnäckiger in der Gesellschaft drin stecken.

Es ist leider so, dass zuviele Leute auf Blendgranaten reinfallen, die viel reden, aber nix wissen. Bin da schon mancher Koriphäe auf den Schlipps getreten...Tut denen gut, auch wenn's in dem Moment ein Schocker für die ist.

Ich weiß manchmal nicht, was schlimmer ist: Diese Erkrankungen oder wie dumm damit umgegangen wird, bzw. wie blöd man mit den Betroffenen umgeht.

Zum Glück hab' ich hochkarätige Therapeuten getroffen, wo man mehr lernen konnte als das, was man überall lesen kann.
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