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Held des Alltags
#1
Hallo ihr,

kennt ihr das auch, dass ihr mit anderen Menschen immer gnädiger seid, als mit euch selbst? Das ihr anderen hilfreiche Ratschläge geben könnt, aber euch schwer tut, solche Dinge für euch selbst zu finden? Seid ihr oft euch unsicher, wie ihr handeln solltet? Handelt ihr oft aus dem Impuls heraus und stellt fest, dass ihr bessere Handlungsmöglichkeiten gehabt hättet?
Wenn einiges davon auf euch zutrifft, kann euch vielleicht der Skill "Held des Alltags" helfen.

Nehmt euch dafür Zeit und denkt in Ruhe über folgende Fragen nach:

Gibt es einen Menschen, den Sie sehr schätzen oder der früher schon einmal mit guten Ratschlägen in belastenden Situationen hilfreich war? Dies kann sowohl in der Fantasie, als auch in der Wirklichkeit gewesen sein: Etwa ein Schauspieler in einer bestimmten Rolle oder eine Romanfigur, aber auch eine beste Freundin/ ein bester Kumpel, ein Familienmitglied usw. Wichtig dabei ist, dass er/sie mit beiden Beinen im Leben steht und sich auch in kritischen Situationen im Griff hat. Dieser Mensch oder diese Fantasiefigur oder eine Mischung von Eigenschaften von unterschiedlichen Menschen und Fantasiefiguren könnte Ihr "Held des Alltags" sein und damit jemand, an den Sie in schwierigen Momenten denken können:
  • Wie würde er/sie in dieser Situation empfinden?
  • Was würde er in einem solchen Moment tun oder sagen?
  • Welchen Rat würde er mir in dieser Situation geben?
  • usw.
Auch Helden des Alltags haben es nicht immer leicht. Auch Sie sind belastet, gestresst, müssen mit Problemen umgehen aber sie kommen durch. Sie habe einige Tricks und Fertigkeiten entwickelt, eine bestimmte Sorte Humor oder Schlagfertigkeit, um auch unter schwierigen Bedingungen, die Ruhe zu bewahren. Helden des Alltags müssen nicht unbedingt "erfolgreich" sein. Aber sie eifern niemanden nach- und sie können auch über sich selbst schmunzeln, oder?

Wenn es möglich ist, besprechen Sie ihren "Helden des Alltags" mit Ihrer Therapeutin/Therapeuten. Es muss sichergestellt sein, dass es ein "gute Held" ist, damit er/sie Ihnen in kritischen Momenten auch wirklich nützlich ist.
Dann könnt ihr euch in kritischen Situationen fragen: Was würde mein Held des Alltags tun?


Wenn ihr möchtet, könnt ihr hier über euren "Helden des Alltags" berichten, vor allem im Bezug auf welche Eigenschaften ihr ihn hilfreich findet und welche Tricks und Fertigkeiten er hat, um einigermaßen gut durchs Leben zu kommen.

nach: Bohus/Wolf: Interaktives SkillsTraining für Borderline-Patienten
[-] Die folgenden 1 Benutzer sagen Danke an Schaf für diesen Beitrag:
  • GGG (05-12-2018)
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#2
Danke für den Tipp!

Ich habe den Held eher unbewusst geschaffen und setze ihn nur nachmal ein, wenn die eigenen psychischen Blockaden gemeistert werden müssen. Ich denke ja nicht an ihn, sondern kopiere ihn rüber. Ich bin dann gleichzeitig die imaginäre Kopie als Rolle. Da kann ich fast alles, denn das hat ja nichts mit mir zu tun. Ist aber jetzt rein ein BL-Symptom und hat nichts mit meinen Anteilen zu tun.

Diese Möglichkeit hilft mir oft sehr, aber wie gesagt bin ich selber irgendwie darauf gekommen und habe es unbewusst bzw. nicht strategisch genutzt. Muss daher Mal probieren, ob ich das aktiver nutzen kann. Ich brauche die Denkanstöße von außen, selbst gehen die Erfahrungen oft im Chaos unter.
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#3
Sowas hab ich hier in letzer Zeit auch entwickelt. Eine Art imaginären Freund der die selben Probleme hat wie ich bzw. noch viel schlimmere, aber viel ruhiger, abgeklärter und gelassener damit umgeht, viel mehr Erfahrung bereits damit hat, und das alles viel besser managen kann. Ich stell mir dann immer vor was würde der jetzt in so einer Situation machen oder wie würde der jetzt auf so einen verbalen Angriff reagieren oder mit einem Flashback umgehen etc.
Das Problem ist nur, ich kann mir das nur in ruhigen Zeiten vorstellen wenn ich alleine bin und diverse Situationen durchspiele die vielleicht erst noch kommen oder Situationen durchspiele die schon gewesen sind. Dann kann ich mich sowas fragen was würde er da machen. Aber in den schwieriegen Situationen selber bin ich immer viel zu gestresst um sowas anwenden zu können, weil da kann man sich ja nicht erst hinsetzen und sich beruhigen und überlegen, da muss sofort irgendeine Reaktion da sein. Das ist immer das Problem. Und wenn man gestresst ist oder regelrecht in Panik dann sind oft die ganzen inneren Hilfsmechanismen blockiert.
Was man da macht hab ich bisher noch nicht rausgefunden.
Ich kann diese vorgestellte Person auch (wie Tom das beschreibt) rüberkopieren, aber auch das geht in einer Stresssituation selber nicht. Unter anderem weil ich diese imaginäre Rolle dann auch schützen will, wär ja scheiße wenn mein Held des Alltags vor meinen Augen dann auch total versagt. Deswegen lass ich ihn allein deswegen schon lieber im Hintergrund bzw. außen und kann dann höchtens hinterher noch mal alles durchgehen und überlegen was er gemacht hätte.

Also vom Prinzip her ist das schon echt eine gute Idee, aber leider auch kein Allheilmittel. Jedenfalls nicht gegen konkret anwesende Täter, da hilft so eine imaginäre Rolle leider auch nichts, da hilft gar nichts. Oder ich hab es noch nicht gefunden.

Insgesamt sind wir hier schon sehr drauf bedacht dass sich unsere Vorbilder oder auch echte Beschützer nicht im Alttag abnutzen oder aufreiben. Sonst braucht man ja ständig wieder neue, weil das hält niemand lange aus. Wir behalten die lieber für Notfälle im Hintergrund oder eben um hinterher mögliche alternative Handlungsmuster mit ihnen zu überlegen.
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