Seelenwanderer
Krieg in der Ukraine - Ängste, Gedanken, Meinungen
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Krieg in der Ukraine - Ängste, Gedanken, Meinungen
Am 24. Februar 2022 wurde die Zeit, in der es Frieden in Europa gab, durch den russische Präsidenten Putin beendet. Kriege gibt es zu jeder Zeit, nie war überall in der Welt Frieden, Krieg war immer weit weg und man schaute es sich im TV in den Nachrichten an, danach blendete man das Gesehene wieder aus und lebte sein Leben friedlich und ohne Angst weiter. Zurzeit gibt es 21 Kriege auf der Erde. Der Krieg ist in der Ukraine und im restlichen Europa ist immer noch Frieden, ich hoffe sehr, das es auch so bleibt.

Russland ist groß, die Ukraine dagegen nur ein sehr kleines Land, ich dachte, ist es wirklich nötig, Russland noch größer zu machen. Aber darum geht es Putin gar nicht, Putin will das Russland wieder so wird, wie es früher einmal war. Es gibt noch 12 weitere Regionen, die früher zu Russland gehörten, da kann man sich denken, das die Ukraine vielleicht nur der Anfang ist.

Ich habe den Russen noch nie vertraut und ich habe es schon immer für sehr bedenklich gehalten, das Deutschland sich in Bereich Energieträger (Gas, Kohle, Erdöl) in so großen Umfang von Russland abhängig macht. Unsere Abhängigkeit könnte von Putin als Druckmittel eingesetzt werden.

Putin sagte, dass sich niemand in den Krieg einmischen sollte, dass, wenn es jemand wagen würde, er Maßnahmen ergreifen würde, wie es die Welt noch nie gesehen hat. Er drohte damit indirekt mit Krieg in ganz Europa mit Atomwaffen. So habe ich das zumindest verstanden. Das russische Außenministerium hat vor der Aufnahme Finnlands und Schwedens in die Nordatlantikpakt-Organisation (NATO) gewarnt. Russlands Präsident Wladimir Putin hat seine Atomstreitkräfte in die höchste Alarmbereitschaft versetzt. Der Grund seien “unfreundliche Schritte” des Westens gegen Russland. In den vergangenen Tagen hat Putin bereits mehrfach vor einem Atomkrieg gewarnt und den Unterstützern der Ukraine gedroht. Die NATO ist das Einzige, wovor Russland noch Respekt hat, darum will Russland auch nicht, das die NATO noch größer wird. Putin weiß, dass mit der Kampfkraft der USA und den weiteren zu der NATO zugehörigen Ländern nicht zu spaßen ist.

Ich denke, dass Putin das, was er vor hat, nicht beenden wird, sein Vorhaben zu beenden würde heißen, das er aufgibt und aufgeben kommt für ihm sicherlich nicht in Frage, weil das dann ein Zeichen von Schwäche ist, das er dann nicht gesiegt hat. Ich kann mir vorstellen, das Putin bis zum Äußersten geht und auch einen dritten Weltkrieg in Kauf nehmen würde, aber das würde dann auch bedeuten, das Russland zerstört werden würde. Wie so ein Krieg aussehen würde, kann man sich ja vorstellen, ich hoffe sehr, dass es nicht dazu kommen wird.

Mich würde eure Meinung zu dem, was gerade passiert, sehr interessieren.

Gruß Seelenwanderer
Hier ist sehr viel Angst.
Das Wochenende war geprägt von allen möglichen Szenarien. Da war von Atomschlag bis cyberangriffe auf Strom/Wasser alles dabei. Ich musste heute Notvorrat kaufen (Bargeld, Kerzen, Streichhölzer, Kleiner Campingkocher).
Gibt so ein größenwahnsinniger Mensch einfach auf?

Ich bewundere die Menschen, die sich den Panzern ungeschützt in den Weg stellen und für ihr Land kämpfen.
Danke für den Thread... Ich hab darauf gewartet.
Ich hab auch Angst, Putin wird nicht aufgeben. Diese Angst hab ich meinem Psychiater mitgeteilt, er meinte: Man braucht sich keine Gedanken um (zB) Medisbunkern zu machen - Wenn es einen 3. WK gibt, sind wir sowieso alle tot. Seltsamerweise hat es mich beruhigt. Ich bunker weiterhin Medis, aber egal. Wasser hab ich hier so gut wie nicht, meine 30L Kanister sind bei meinem Freund 200km entfernt.
Seit Corona seh ich einen Krieg kommen. Die Welt ist wirtschaftlich am Ende, es braucht Schutt und Asche, damit wieder angefangen werden kann.
Das heißt nicht, dass ich gut vorbereitet bin. Ich bin meist mit Verdrängen beschäftigt.
Ich kann euch nur Mut machen, dass man den Lauf der Dinge nur beschränkt beeinflussen wird.
Mein Geschichtslehrer meinte damals, und er war sehr gut und anerkannt, dass Kriege immer lange im Voraus geplant sind. Wenn sie eben notwendig werden, damit ein wirtschaftlicher (es dreht sich immer um Geld, bzw für uns entbehrliche Bevölkerung um Essen und Trinken) Neubeginn möglich ist.
Ich mag pessimistisch sein. Jedenfalls bin ich dankbar um 25 lange Jahre meines Lebens vor C und vor dem Krieg. Das ist nicht jedem auf dem Planeten vergönnt... Siehe 21 Kriege auf der Erde

Ich lese im Moment die Buchreihe vom Lied der Dunkelheit von Peter v. Brett. Einer der Hauptcharaktere ist ein Wüstenkrieger, der seine Schmerzen umarmt, sich ihnen öffnet und es so über sich ergehen lässt, ohne davon Schaden zu nehmen.
Es mag sein, dass ich nur deshalb so nüchtern die Lage betrachten und ruhig bleiben kann,weil ich emotional dissoziiere. Aber wir haben hier alle Traumata erlebt.
Das empfinde ich in diesem Zusammenhang als gut,emotional dissoziieren zu können...
So genieß ich das Leben und es geht weiter oder auch nicht. Das Leben ist eh nicht für ewig...
Wobei ich meinen Medis diesen Zustand auch verdanke. Ich kann mich erinnern, wie es mir ging, als ich immer wieder versucht habe, sie auszuschleichen. Nicht lustig....
Fühlt euch umarmt Seelenwanderer...
LG
KTT
Ich möchte auch etwas dazu schreiben.
Gerade habe ich mir erstmal einen Überblick über die Lage verschafft nach meinem Klinikaufenthalt. Natürlich habe ich es drin auch mitbekommen, aber bis jetzt hatte ich es weit auf Abstand gehalten.

Mir macht das alles Angst. Weniger um mein eigenes Leben. Eher davor. Hier in Sicherheit zu sitzen und nicht zu helfen, nicht für diejenigen einzustehen, die da ungerecht behandelt werden, in Lebensgefahr sind, Traumata erleiden, flüchten müssen. Familien werden getrennt, Männer werden eingezogen, Menschen verlieren Hab und Gut, ihr Zuhause ... Und ich sitz' hier in Kuscheldecke und schaue zu. Ich weiß aber auch nicht, was ich tun soll. Den Krieg stoppen kann ich nicht als einzelne Person ...
Ich habe mich daher vorhin entschieden, ein Bett für Flüchtende zur Verfügung zu stellen.
https://www.unterkunft-ukraine.de/offer
Es ist nur eine Kleinigkeit, in meinen Augen das Mindeste. Das wird mein Gewissen nicht reinwaschen. Darum geht es mir auch nicht. Es macht mich so unendlich traurig. Ich kann das alles im Fernsehen nicht sehen. Katastrophen-TV. Zu Hause sitzen und sich freuen oder doch zumindest dankbar sein, das mensch selbst nicht betroffen ist. Irgendwie ist das ganz schlimm. Natürlich ist informieren wichtig. Aber ich will nicht gemütlich vom Sofa aus zuschauen wie bei einem spannenden Film. Das ist Realität! Das ist echt! Das will ich mir immer wieder vergegenwärtigen. Es ist unsere gemeinsame Welt, in der das geschieht. Und deshalb ist jeder Krieg für mich auch ein "Weltkrieg". Also im weiteren Sinne. Er betrifft immer auch die Welt. Er sollte die Welt betreffen, er sollte uns betreffen und betroffen machen. Nicht nur der Krieg in der Ukraine. Aber dieser neu entfachte Krieg führt es uns nochmal ganz deutlich vor Augen. Krieg ist in unserer Welt gegenwärtig. Und er kann plötzlich auch in Europa sein. Er ist in unseren Herzen schon mitten unter uns.

Ich bin sehr traurig über die Menschheit.


... zur Ukraine habe ich eine besondere Verbindung. Seit ich ein kleines Kind war, hat meine Familie dort eine Patenfamilie. Unser Nachbar ist vor der Anektion der Krim jedes Jahr dort hin gefahren und hat Hilfsgüter in verarmte Landstriche gebracht und z. B. Familien unterstützt, deren Kinder unter Missbildungen etc. durch die Chernobyl-Tragödie leiden. Ich frage mich, wie es diesen Leuten nun wohl ergeht ... Ich mache mir Sorgen, bin wütend und traurig.


Und unter dem Aspekt, dass Menschen ihr Leben verlieren, schäme ich mich noch mehr für meine Suizidalität. Ich sollte dankbar sein, dass ich mein Leben noch habe und dass es zumindest momentan in Sicherheit ist. Ich werde jetzt besser auf es aufpassen. Ich versuche es zumindest.


Ich glaube, es ist vergeblich zu hoffen, dass Putin seinen Vormarsch abbricht. Bleibt nur zu hoffen, dass er den Atomknopf nicht betätigt ...


Wie geht es Euch inzwischen mit der Lage?


PS: KTT, die Dämonensaga von Peter V. Brett habe ich auch komplett gelesen und gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern.
Ich muss mich einfach davon distanzieren, weil es mich sonst fertig macht.
Sobald ich die Bilder sehe und die flüchtenden Mensch und das Leid, kommen mir die Tränen. Mir fällt es so schwer zu verstehen warum ein Mann sowas macht... Es macht mich fassungslos.

Aber ich muss funktionieren um zu arbeiten und das ist auch gut so, weil es mich ablenkt.
Hier im innen ist es wesentlich ruhiger seitdem ich den Notvorrat zu Hause habe.


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